St.Galler Informatik-Mittelschulen gegen Fachkräftemangel

Regierungspräsident Benedikt Würth.
Regierungspräsident Benedikt Würth. © Ralph Ribi/St.Galler Tagblatt
In St. Gallen, Sargans und Rapperswil-Jona sollen Mitte 2017 Informatik-Mittelschulen entstehen. Damit reagiert der Kanton auf den Mangel an Informatikern. Auch für andere Branchen schlägt die Regierung Massnahmen gegen den Fachkräftemangel vor.

Regierungspräsident Benedikt Würth und Bildungsdirektor Stefan Kölliker stellten das Massnahmenpaket am Freitag vor. Die Regierung hat dazu einen 80-seitigen Bericht verfasst, der auch Anpassungen des Mittelschulgesetzes und des Einführungsgesetzes über die Berufsbildung vorsieht.

Besonders prekär sei die Situation in der Informatikbranche, sagte Kölliker. Die Regierung will dem mit einer Bildungsoffensive begegnen. Auf Beginn des Schuljahrs 2017/2018 sollen in St. Gallen und Sargans Mittelschul-Lehrgänge in Informatik mit kaufmännischer Ausrichtung angeboten werden.

In Sargans ist eine Informatik-Mittelschule mit Schwerpunkt Technik geplant. Alle Lehrgänge sollen vier Jahre dauern, davon ein Jahr Praktikum. Die Absolventinnen und Absolventen schliessen mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis Informatik und einer Berufsmaturität ab.

Masterstudiengang an FHS St. Gallen

Auch an den Fachhochschulen soll die Ausbildung von Informatikern verbessert werden. So ist laut Kölliker an der FHS St. Gallen ab 2017 ein Masterstudiengang in Wirtschaftsinformatik geplant. Und an der technischen Hochschule HRS Rapperswil werden bestehende Lehrgänge gestärkt.

Mittelfristig soll auch an den St. Galler Gymnasien Informatik wieder als Grundlagenfach angeboten werden. Die Streichung dieses Grundlagenfachs vor einigen Jahren sei ein klarer Fehler gewesen, erklärte Bildungsdiretkor Kölliker an der Medienkonferenz.

Gemäss dem Bericht der Regierung fehlt es auch im St. Galler Gesundheitswesen an Fachkräften – gesucht sind Ärztinnen und Ärzte, aber auch Assistenzpersonal. Daneben gehören auch die Elektriker und die Elektronikfachleute zu den sehr gefragten Berufsleuten. Hier sieht die Regierung ein Paket von Massnahmen vor.

Potenzial an Arbeitskräften

Das Potenzial an Arbeitskräften sei im Kanton St. Gallen bei weitem nicht ausgeschöpft, sagte Benedikt Würth. besonders bei den nicht- oder teilzeiterwerbstätigen Frauen, aber auch bei Männern mit tiefem Ausbildungsstand gebe es noch Potenzial. Männer und Frauen mit Hochschulausbildung seien hingegen bereits zu einem grossen Teil erwerbstätig.

(SDA)


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