St.Galler Polizei leistet hunderte von Überstunden

Polizeiaufgebot am WEF
Polizeiaufgebot am WEF © KEYSTONE/Alexandra Wey
Das WEF in Davos ist Geschichte. Die Promis und hohen Tiere aus der Wirtschaftswelt haben das Bündnerland verlassen. Was übrig bleibt sind Überstunden, welche unter anderem die St.Galler Kantonspolizisten leisteten. Für diese zusätzliche Arbeit fordert die Kapo nun eine faire Abrechnung.

Rund 3000 Soldaten und 1000 Polizisten aus der ganzen Schweiz standen dieses Jahr am WEF im Einsatz. Für die Kantonspolizei St.Gallen der wohl grösste Polizeieinsatz des Jahres. Während des WEF durften alle Angestellten keine Ferien beziehen. Daher haben die Polizisten jeweils hunderte von Überstunden, wenn sie aus dem Einsatz zurück kommen.

Dies hat vor allem einen Grund. Die Delegationen am WEF wachsen und damit braucht es mehr Unterbringungsmöglichkeiten. Diese werden häufiger ausserhalb von Davos, auf St.Galler Kantonsgebiet gesucht und liegen dann in der Verantwortung der St.Galler Polizisten.

Faire Aufteilung gefordert

Eigentlich ist das Prinzip gerecht: Alle Kantone und das Fürstentum Lichtensteig schicken jedes Jahr gemäss einem Verteilschlüssel, Polizisten ans WEF im Bündnerland. Mit einberechnet ist dabei aber nicht der Aufwand, den die Polizisten in ihrem eigenen Kanton leisten. Wenn nun also eine Delegation in Bad Ragaz gastiert, ist dafür die St.Galler Polizei zuständig. Für diese Einsätze müssen sie zusätzlich Personal bereit stellen. Dies müsse sich ändern, findet der St.Galler Sicherheitsdirektor Fredy Fässler. In Zukunft müssen solche Einsätze im eigenen Kanton, beim Verteilschlüssel beachtet werden.

Verteilschlüssel soll zum Politikum werden

Die Kantonspolizei St.Gallen hat sich mit ihrem Anliegen bereits an ihre Bündner Kollegen gewendet. Auf einen grünen Zweig, sei man aber bei diesem Gespräch aber nicht gekommen. Sollte es mit dem Kommandant der Bündner Kantonspolizei, der die Einsätze koordiniert, keine Lösung geben, werde die Angelegenheit zum Politikum, so Fässler.

Erst einmal steht die Polizei jetzt aber vor einer Mammut-Aufgabe. Sie muss den Berg an Überstunden irgendwie abbauen.

(red)

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