St.Galler Stauplan verärgert Ausserrhoden

Die Teufener Strasse um sieben Uhr morgens. Knapp 20'000 Autos schleppen sich tagtäglich hoch und runter.
Die Teufener Strasse um sieben Uhr morgens. Knapp 20'000 Autos schleppen sich tagtäglich hoch und runter. © TVO/Roger Inauen
Täglich leidet St.Gallen am Stau am Stadtrand. Vor allem der Pendlerverkehr aus Wittenbach, Gaiserwald, Gossau und dem Appenzellerland macht der Gemeinde zu schaffen. Der Verkehrsplaner des Kantons St.Gallen will mit Lichtsignalinstallationen, sogenannten Pförtneranlagen, Abhilfe schaffen. Und wird kritisiert vom Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Morgens um sieben Uhr auf der Teufener Strasse in St.Gallen. Bis zu 20’000 Fahrzeuge schleppen sich im Schneckentempo von Appenzell Ausserrhoden in Richtung Stadt St.Gallen. Oft geht Minuten lang gar nichts. Genau da will der Verkehrsplaner des Kantons St.Gallen den Hebel, respektive die Ampel, ansetzen.

Unhaltbarer Zustand

«In Zukunft wird der Verkehr in der ganzen Stadt überwacht. Hat das System keinen Platz mehr, wird auch niemand mehr hineingelassen», erklärt Sascha Bundi, der Verkehrsplaner des Kantons St.Gallen. Zustände wie heuer beispielsweise auf der Teufener Strasse soll es so künftig nicht mehr geben. Die Methode der Pförtneranlagen sei kostengünstig, weil bereits bestehende Ampeln benutzt werden können. Laut Bundi könnten die ersten Anlagen bereits in den nächsten paar Jahren zum Einsatz kommen.

Kritik aus Ausserrhoden

Die FDP-Fraktion des Ausserrhoder Kantonsrats bringt das Thema an der heutigen Sitzung auf den Tisch. «Das gibt einen Rückstau. Für uns bedeutet das mehr Zeit, um irgendwo hin zu kommen», sagt FDP-Kantonsrat Patrick Kessler. Das sollte eigentlich nicht der Fall sein, moniert der Politiker. «Es geht hier nicht nur um Autofahrer aus Herisau oder Teufen. Die Stadt selber generiert auch einen Haufen Verkehr.» Mit einer künstlichen Stauung zu arbeiten und gewisse Leute länger im Auto sitzen zu lassen, sei nicht gerecht, so Kessler: «Damit haben wir ein Problem».

Lösung auf Kosten von Ausserrhoden

Die zuständige Ausserrhoder Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl versteht zwar die Lage der Stadt St.Gallen. Schliesslich fahren täglich Tausende Fahrzeuge von Ausserrhoden nach St.Gallen. Trotzdem ist für sie klar, dass die Stadt St.Gallen ihre Probleme nicht auf Kosten des Appenzellerlands lösen kann. «Wir werden da das Auge wie auch den Finger drauf haben. Wir sind interessiert an einer intelligenten Lösung, die den Kanton Appenzell Ausserrhoden nicht benachteiligt.»

Der TVO-Beitrag zum Thema:

(saz/tvo)


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