St.Galler Steigerungslauf zum Auswärtssieg

Japser van der Werff, Rúnar Sigurjónsson und Nassim Ben Khalifa freuen sich über den dritten Sieg in Folge.
Japser van der Werff, Rúnar Sigurjónsson und Nassim Ben Khalifa freuen sich über den dritten Sieg in Folge. © Keystone/Marcel Bieri
Nach schwachem Spielbeginn und verdientem Rückstand beim FC Thun steigern sich sich die Espen im Verlauf der Partie und holen sich schliesslich etwas glückhaft den dritten Sieg in Folge. Wie auch in den vorherigen Spielen ist mit Sigurjónsson ein Winterneuzugang entscheidend am Sieg beteiligt. Hier die Spielerbewertung.

von Johannes Graf

Tor:

Dejan Stojanovic: Note 5,0. Gelegentlich nicht ganz stilsicher bei hohen Bällen, ohne dabei aber grössere Schäden anzurichten. Bei den Chancen von Hediger und Spielmann hielt er dafür stark und den Espen damit den Sieg fest.

Verteidigung:

Silvan Hefti: Note 5,0. Klasse, wie er seinem schnellen Gegenspieler Spielmann Mal für Mal fair den Ball abnahm und sich dazu auch noch des Öfteren in der Offensive einschaltete. Spielt er so weiter, ist er immer Sommer leider kaum zu halten.

Philippe Koch: Note 4,0. Zeigte gewisse Tempodefizite im Vergleich zu den schnellen Thunern, auch beim Kopfball merkte man ihm den gelernten Aussenverteidiger ab und zu an. Insgesamt solider Ersatz für Alain Wiss.

Jasper van der Werff: Note 4,5. Anfangs mit einiger Mühe gegen den überragenden Thuner Flügel Tosetti, mit der Zeit aber immer sicherer und am Ende sogar mit dem ersten Super-League-Scorerpunkt seiner noch so jungen Karriere. Weiter so!

Mittelfeld:

Marco Aratore: Note 4,0. Diskrete Leistung des Espen-Topscorers. Entscheidend mitbeteiligt an der Entstehung des Ausgleichs, ansonsten fiel er leider vor allem durch Ballverluste auf.

Nzuzi Toko: Note 5,0. Wie immer viele starke Balleroberungen. Dazu auch im Angriff aussergewöhnlich präsent, beim Kopfball in der ersten Halbzeit fehlten ihm nur einige Zentimeter.

Rúnar Már Sigurjónsson: Note 5,0. Grundsätzlich eine diskrete Leistung. Erkannte dann aber stark die sich öffnende Lücke im Thuner Abwehrverbund, schlug mit nordischer Kälte zu und bescherte den Espen den Sieg.

Stjepan Kukuruzovic: Note 3,0. Fiel klar ab im St.Galler Mittelfeld. Misslungene Standards paarten sich mit ärgerlichen Ballverlusten und gelegentlich zu lascher Zweikampfführung.

Andreas Wittwer: Note 4,5. Licht und Schatten. Auf der einen Seite standen einige gute Flanken, unter anderem zum Ausgleich, auf der anderen Seite hatte er defensiv gegen Tosetti oft keinen Stich.

Sturm:

Cédric Itten: Note 3,5. Nach drei Toren in zwei Spielen agierte er am Sonntag für einmal weniger stark. Traf am Ball oft unglückliche Entscheidungen und konnte sich so offensiv kaum in Szene setzen.

Nassim Ben Khalifa: Note 5,5. Wohl die stärkste Leistung von Ben Khalifa im Trikot der Espen. Hielt den Ball vorne jeweils technisch perfekt und mit bisher unbekannter physischer Stärke und belohnte sich dafür mit dem Ausgleichstreffer gleich selbst. Mann des Spiels!

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,5

Fazit: Eine Wende nach Rückstand – so etwas erlebt man als Espen-Fan nur selten. Nichtsdestotrotz war auch am Sonntag nicht alles Gold, was glänzte. Insbesondere ein derart verschlafener Start ins Spiel kann gegen einen stärkeren Gegner krass ins Auge gehen und zu einem unumkehrbaren Rückstand führen, Thun war dafür allerdings bis auf den vielfach gelobten Tosetti individuell viel zu bescheiden. So holten die Espen den dritten Sieg in Folge und brachten sich in eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um die Europa League.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen