“Staatsanwälte müssen härter durchgreifen”

Die Gewalt an Polizisten nimmt immer mehr zu. Der Verbandspräsident der Stadtpolizei St.Gallen fordert deshalb Staatsanwaltschaft und Gesetze auf, härter durchzugreifen.

In der Nacht auf Sonntag wurden zwei Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle in St.Gallen von einem Beifahrer grob angegriffen. Der eine Polizist musste wegen der heftigen Bisswunden im Spital operiert werden.

Nicht nur Polizisten, sondern generell Beamte betroffen

Die Gewalt an Beamten nimmt immer mehr zu, das weiss Max Imfeld, Verbandspräsident Stadtpolizei St.Gallen. “Dabei betrifft die Gewalt nicht nur Polizisten, sondern auch andere Beamte wie beispielsweise Betreibungsbeamte”, sagt er im Gespräch mit TVO.

“Kein Respekt vor Autoritäten”

Die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung sei offenbar immer tiefer. Es mangle an Respekt vor Autoritätsfiguren. “Oftmals spielen die Polizisten den Helden, jedoch kann eine solche Gewalterfahrung psychisch sehr belastend sein”, sagt Imfeld. “Wir haben sehr tapfere Polizisten”. Generell beobachtet er, dass Frauen offener mit der Problematik umgehen.

Strafrahmen ist da, Anwendung fehlt

Braucht es strengere Gesetze gegen Gewalt an Beamten? “Ich glaube nicht, dass härtere Gesetze viel helfen, zumal mit der momentanen Gesetzeslage die Möglichkeit besteht, Gewalt gegen Beamte mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen.” Der gesetzliche Strafrahmen sei dementsprechend gegeben. Er werde jedoch nicht richtig angewendet.

Gesamthafte Strategie für Staatsanwaltschaft und Gerichte

“Staatsanwaltschaft und Gerichte müssen in solchen Fällen härtere Strafen aussprechen”, sagt Imfeld. Der Staatsanwalt sehe immer nur den konkreten Fall – Imfeld redet aus Erfahrung, denn er war selbst Staatsanwalt. “Vielleicht war der Täter betrunken, vielleicht hat der Angeklagte einen guten Anwalt”, sagt Imfeld. So falle im Einzelfall das Urteil oft milder aus. Es brauche deshalb eine gesamthafte Strategie, wie man solche Fälle angeht.


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