Starke Leistung der Schweizer Turner in der Qualifikation

Christian Baumann und das Schweizer Team dürfen von Olympia träumen
Christian Baumann und das Schweizer Team dürfen von Olympia träumen © KEYSTONE/EPA/IAN LANGSDON
Die Schweizer Kunstturner dürfen mehr denn je von der ersten Olympia-Teilnahme mit dem Team seit 1992 träumen. An den WM in Glasgow zeigt die STV-Riege eine starke Qualifikation und ist auf Finalkurs.

Die Mannschaft von Cheftrainer Bernhard Fluck lieferte in der hochmodernen SSE Hydro Arena in Glasgow eine grandiose Leistung ab. Angeführt von Pablo Brägger, der im Mehrkampf mit 87,765 Punkten in der Zwischenwertung auf einem Top-Ten-Platz klassiert ist, boten die Schweizer einen nahezu perfekten Wettkampf. Kein einziger Sturz fand am Ende den Weg in die Wertung.

Nach dem ersten Tag und vier von acht Subdivisonen liegen die Schweizer mit 350,127 Punkten hinter Japan, China, Grossbritannien und Russland, aber noch vor Brasilien, Südkorea und Deutschland auf dem fünften Platz. Mit Ausnahme der USA sind alle Topteams bereits gestartet. Im Vergleich zu den letzten Weltmeisterschaften vor einem Jahr in China, als die Schweizer am Ende Rang 7 belegt hatten, verbesserten sie ihr Gesamttotal um mehr als vier Punkte.

Die Schweizer bewiesen Nervenstärke. Capelli eröffnete am Barren den Wettkampf – und stürzte gleich. Seine Kollegen liessen sich vom Malheur des Teamseniors allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Angeführt von Pascal Bucher (15,333 Punkte) lieferten alle eine 15er-Note ab.

Auch der Sturz von Yusof, der am Reck den Anfang machte, kam nicht in die Wertung. Und auch nach ihrem Vortrag am Pauschenpferd bewiesen die Schweizer Kampfgeist. Mit Ausnahme von Christian Baumann, der im Mehrkampf mit 86,932 Punkten ebenfalls auf Finalkurs ist, gelang am Pauschenpferd keinem die Übung nach Wunsch. An den Ringen und am Sprung kam die STV-Riege danach aber wieder ohne groben Schnitzer durch.

Die Chancen der Schweizer stehen damit gut, zum zweiten Mal in Folge an Weltmeisterschaften in den Final der besten acht Teams einzuziehen, was die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro bedeuten würde. Letztmals hatte 1992 eine Schweizer Mannschaft an Olympischen Spielen teilgenommen. Nun heisst es für Pablo Brägger, Christian Baumann, Pascal Bucher, Claudio Capelli, Oliver Hegi und Eddy Yusof sich in Geduld üben. Die Qualifikation der Männer endet erst am späten Montagabend.

(SI)


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