Start in Menzingen, Höhepunkt auf Schwägalp

Armon Orlik - jung, aber schon eine grosse Figur
Armon Orlik - jung, aber schon eine grosse Figur © Keystone/Gian Ehrenzeller
Mit dem Zuger Kantonalfest in Menzingen starten die Schwinger am Sonntag in die Kranzfestsaison. Bis Mitte August stehen etliche Höhepunkte im Programm.

Im festen Zyklus des Schwingsports ist 2018 ein Zwischenjahr. Eine Saison ohne Eidgenössisches, ohne Unspunnenfest, ohne Kilchberger Schwinget. Und doch werden die Bösen aus allen Teilverbänden auch heuer Leckerbissen servieren.

In kaum einem Sport ist die Hauptsaison derart kurz wie im Schwingen. Am Sonntag geht es in Menzingen los. Am 19. August, nach der Rangverkündigung des Schwägalp-Schwingets, wird die Herrlichkeit bereits wieder für ein Dreivierteljahr vorbei sein. Untätig bleiben die Schwinger freilich nie. Im Herbst stehen jeweils ein paar Kehraus-Anlässe im Programm. Die ersten Monate des neuen Jahres gelten der Saisonvorbereitung. Eine Reihe von Hallenschwinget und Frühjahrsschwinget im Freien ermöglichen den Schwingern ein gutes wettkampfmässiges Training.

In diesem Jahr gehen Abschluss und Höhepunkt der Kranzfestsaison einher. Auf der Schwägalp unter dem Säntis treffen sich die Bösesten der Gegenwart am 19. August zu einem Eidgenössischen Fest im Miniaturformat. Die Berner werden mit den Schwingerkönigen Matthias Sempach und Kilian Wenger sowie mit Unspunnensieger Christian Stucki, dem mit Abstand besten Schwinger der Saison 2017, anrücken. Dort werden sie von der starken jungen Garde der gastgebenden Nordostschweizer empfangen werden, von Samuel Giger, Armon Orlik und dem seit einiger Zeit stark aufstrebenden Domenic Schneider. Auch aus der Innerschweiz werden die Besten anreisen, unter ihnen Joel Wicki und Sven Schurtenberger. Die Nordwestschweiz ist in diesem Jahr kein Gastverband am Bergkranzfest auf der Schwägalp. Der junge Aargauer Nick Alpiger hätte sonst das kleine Eidgenössische mit seiner Anwesenheit komplettiert.

Auch Matthias Glarner könnte auf der Schwägalp zugegen sein. Der im letzten Juni beim viel beschriebenen Sturz von der Gondel im Hasliberg schwer verunfallte Schwingerkönig aus Meiringen macht sein Saisonprogramm von der Genesung abhängig. Er wird erst eingreifen, wenn er sich vollständig fit und für den Wettkampf bereit fühlt. Für einen Auftritt auf der Schwägalp arbeitet die Zeit für ihn.

Eine Reihe weiterer Teilverbands- und Bergkranzfeste wird ebenfalls sehr gut besetzt sein. Beispiele sind das Nordostschweizer Jubiläumsfest in Herisau und das Innerschweizer Fest im luzernischen Ruswil. Die Nordostschweizer bekommen Besuch von Kilian Wenger und Joel Wicki. Am Innerschweizerischen sind Samuel Giger sowie Matthias Sempach und Christian Stucki die prominenten Gastschwinger.

Der Berner Königssohn Remo Käser erlebte 2017 wegen einer mitgeschleppten Verletzung keine befriedigende Saison. Wenn er heuer wieder fit antreten kann, ist er ähnlich stark einzuschätzen wie die besten Jungen Samuel Giger, Armon Orlik, Joel Wicki und Nick Alpiger. Es wird interessant sein zu sehen, ob die Jungspunde mit den Arrivierten endgültig gleichziehen oder diese ein Jahr vor dem Eidgenössischen Fest in Zug sogar schon überholen können. Einiges spricht dafür. Gerade die Fortschritte von Orlik und Giger in den letzten zwei Jahren waren beeindruckend.

(SDA)


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