Lokführer mussten Schlösser und Weichen enteisen

Wie lange die Störung dauern wird, ist noch nicht bekannt. (Archivbild)
Wie lange die Störung dauern wird, ist noch nicht bekannt. (Archivbild) © Keystone/NICK SOLAND
Auf dem Schweizer Bahnnetz ist es heute morgen zu zahlreichen Verspätungen, Zugausfällen und Umleitungen gekommen. Grund dafür waren das Wetter sowie technische Probleme, die nichts mit der klirrenden Kälte zu tun hatten.

So haben Stellwerkstörungen in Zürich und Rorschach (SG) den Bahnverkehr in der Ostschweiz teilweise lahmgelegt. Die dortigen Zugsausfälle und Verspätungen hatten auch Auswirkungen auf den generellen Bahnverkehr.

Dieser war bereits durch Probleme wegen der kalten Temperaturen beeinträchtigt. So konnten etwa Schlösser an Lokomotiven nicht aufgeschlossen werden, sagt SBB-Sprecherin Franziska Frey auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Auch Trittbretter, die nicht mehr reibungslos ein- und ausgefahren werden konnten, verhinderten das Schliessen von Türen und führten zu Verzögerungen, wie Frey weiter ausführte.

Betroffen waren auch die Weichen. Zwar sei ein Grossteil der Weichen mit Heizungen ausgestattet, die auch funktionierten. “Bleibt ein vom Zug gefallener Eisblock auf einer Weiche liegen, nützt auch die Heizung nicht mehr viel”, erklärt Frey. Da mussten die Lokführer aussteigen und die Weiche von Hand befreien.” Solche punktuellen Probleme könnten im engen Fahrplantakt massive Auswirkungen haben. Um 9.00 Uhr begann sich der Betrieb wieder zu normalisieren.

Schweizweit standen 360 SBB-Mitarbeitende in Winternotfallteams im Einsatz, um solche Probleme zu beheben. Die Vorbereitungen für den Winter beginnt jeweils schon im Sommer, wenn die Ereignisse des vergangenen Winters ausgewertet und Verbesserungen für den kommenden Winter geplant werden.

Im Kanton Graubünden bekam auch die Rhätische Bahn (RhB) die grimmige Kälte an Weichen und Lokomotiven zu spüren. Die Störungen führten auf mehreren Strecken zu grösseren Verspätungen oder sogar zu Zugausfällen. RhB-Mediensprecherin Yvonne Dünser sprach auf Anfrage von “aussergewöhnlich vielen Störungen”.

In Graubünden wurde auf dem Ofenpass mit -29.2 Grad landesweit die zweitgrösste Kälte gemessen . Noch ein bisschen kälter war es in La Brévine NE bei -29.3 Grad. Zur grossen Kälte führten gemäss MeteoNews arktische Luft sowie der aufgeklarte Nachthimmel.

(SDA)


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