Stollenunglück von Robiei TI jährt sich zum 50. Mal

Angehörige der Todesopfer trauerten vor der Pfarrkirche in Airolo, wo die Trauerfeier am 18. Februar 1966 abgehalten wurde. (KEYSTONE/Str)
Angehörige der Todesopfer trauerten vor der Pfarrkirche in Airolo, wo die Trauerfeier am 18. Februar 1966 abgehalten wurde. (KEYSTONE/Str) © KEYSTONE/STR
Sechs Monate nach dem Mattmark-Unglück ereignete sich am 15. Februar 1966 in Robiei TI ein folgenschweres Stollenunglück. 17 Menschen starben, darunter 15 Italiener. Sie waren im Einsatz, um ein Wasserkraftwerk zwischen dem Val Bavona und dem Val Bedretto zu bauen.

Für das Kraftwerk wurde in den 1960er Jahren ein 13 Kilometer langer Tunnel in den Tessiner Hochalpen gebaut. In ihm verloren am 15. Februar 1966 zunächst zwei Feuerwehrmänner aus Locarno sowie ein Baustellenführer das Leben.

Sie starben an Sauerstoffmangel in Folge eine Gasaustritts, wie aus Berichten verschiedener Tessiner Tageszeitungen aus der Zeit hervorgeht. Sie stellte das Tessiner Staatsarchiv auf Anfrage bereit.

Weitere 14 Männer starben am selben Tag bei dem Versuch, die vermisst geglaubten Kollegen im Tunnel zu bergen. Die Leichen der italienischen Arbeiter wurden zunächst nach Airolo transportiert und dann in die Heimat überführt.

Nur rund sechs Monate zuvor, im August 1965, ereignete sich beim Bau des Mattmark-Staudamms ein Unglück, das 88 Menschen das Leben kostete. 56 der Toten stammten aus Italien, 23 aus der Schweiz. Über den Wohn- und Arbeitsbaracken war die Zunge des Allalingletschers abgebrochen – über zwei Millionen Kubikmeter Eis und Geröll krachten so in das Saastal.

(SDA)


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