Strafanzeige gegen Wasserfallen in Kontroverse um ACS

Die Verbandsführung des ACS hat gegen den Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen eine Strafanzeige eingereicht. (Archivbild)
Die Verbandsführung des ACS hat gegen den Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen eine Strafanzeige eingereicht. (Archivbild) © Keystone/URS FLUEELER
Die Kontroverse um die Führung des Strassenverkehrsverbandes ACS ist um eine Strafanzeige reicher. Die Verbandsführung hat gegen den Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen eine Strafanzeige eingereicht. Wasserfallen werden üble Nachrede und Beschimpfung vorgeworfen.

Michael Gehrken, Generaldirektor des Automobil Clubs der Schweiz (ACS) ad interim, bestätigte einen Bericht des “Blick” vom Montag. Eingereicht wurde die Anzeige bei der Berner Staatsanwaltschaft von Gehrken und dem bisherigen ACS-Präsidenten Mathias Ammann.

Auslöser der Anzeige war ein Zitat von Wasserfallen gegenüber der Nachrichtenagentur sda in einer Meldung vom 30. Juli. Damals ging es um den von Wasserfallen gesperrten Zugriff auf die ACS-Konten bei der Berner Kantonalbank.

Wasserfallen veranlasste dies, weil gemäss dem Beschluss des alten Vorstandes über ACS-Konten sämtliche Anwaltskosten beglichen werden sollten. Dazu sagte Wasserfallen damals der sda, er wolle mit den Sperrungen verhindern, dass die “alte Garde” sich bediene wie in einem Selbstbedienungsladen.

Mit dieser Aussage habe Wasserfallen die Grenze überschritten, sagte Gehrken am Montag. Zu weit gegangen sei Wasserfallen zudem mit persönlichen SMS an seine Adresse.

Mathias Ammann bestätigte der sda schon am 30. Juli, dass er und seine Mitstreiter anfallende Anwalts- und Gerichtskosten über den ACS abrechnen würden. Dieses Vorgehen sei normal. Sollte im Nachhinein anders entschieden werden, könne man das Geld immer noch zurückfordern.

Wasserfallen nannte das Vorgehen von Gehrken und Ammann am Montag auf Anfrage “absurd”. Er sehe der Anzeige gelassen entgegen. Die gezielte Medienkampagne schade dem Verband, stellte Wasserfallen ausserdem fest.

Im Automobil Club gärt es schon länger. Zum ersten grossen Eklat kam es Mitte Juni, als Generaldirektor Stefan Holenstein mit sofortiger Wirkung suspendiert wurde. Holenstein soll arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten haben, begründete Ammann damals die Entlassung. Zudem soll er hinter seinem Rücken Wasserfallen als neuen Präsidenten aufgebaut haben.

Wasserfallen war am 23. Juni zum neuen Präsidenten des ACS gewählt worden, von 13 der 19 Sektionen und gegen den Willen des Direktionskomitees. Ammann als bisheriger Präsident anerkennt diese Wahl nicht und sieht sich weiterhin im Amt.

Die Wahl soll am 16. September wiederholt werden. Dabei stellt sich Wasserfallen laut eigener Aussage zur Wiederwahl. Am Sonntag wurde bekannt, dass auch Nationalrat Thomas Hurter (SVP/SH) zur Wahl antritt. Er wolle wieder Ruhe in den Verband bringen, sagte Hurter. Er sei von der Schaffhauser Sektion zur Wahl angemeldet worden.

(SDA)


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