Studenten betrinken sich für einen guten Zweck

Die Studentenverbindung Glanzenburger wollen sich für einen guten Zweck betrinken.
Die Studentenverbindung Glanzenburger wollen sich für einen guten Zweck betrinken. © ZVG
Mit dem Slogan “Saufen für den Frieden” will eine Studentenverbindung Geld für das Rote Kreuz sammeln. Sie wollen sich für einen guten Zweck betrinken. Experten halten die Idee für Irrsinn.

“Wir wollten schon lange etwas Gutes tun, doch Frösche über die Strasse tragen ist zu anstrengend und Socken zu stricken für Menschen in der Not scheitert an unseren Strick-Kenntnissen. So haben wir beschlossen, dass wir das tun was wir am besten können: Wir trinken Bier”, so beginnt der Einstieg des Werbefilms der Berner Studentenverbindung Glanzenburger, die mit einer Aktion Geld für das Rote Kreuz sammeln will.

In hundert Tagen 10’000 Franken sammeln

Die Berner Studentenverbindung will in hundert Tagen 10’000 Franken zusammen bringen und das gesammelte Geld gegen Krieg und Bomben einsetzen. Der Clou dabei: “Für jede gespendete Zehnernote müssen wir einen Deziliter Bier trinken”, sagt Martin Fussen, der Initiator der Aktion gegenüber FM1Today.

“Noch nie war Wohltätigkeit so unterhaltsam: Auf diese Weise profitiert jeder. Ihr könnt uns leiden sehen, wir stillen unseren Durst und Menschen in Kriegs- und Notstandsgebieten bekommen die Hilfe, die sie brauchen”, heisst es auf der Internetseite. “Bisher sind fast 5000 Franken eingegangen, was in Bier 50 Litern entspricht”, so Fussen.

Suchtexperte hält Idee für Blödsinn

Der St.Galler Suchtexperte Jürg Niggli hält von der Idee nicht viel: “Das einzig schlaue daran ist der Titel, den Rest kann man sich schenken.” Er sieht der Aktion einen Unsinn, “nicht jedes Mittel heiligt den Zweck.” Die Studentenverbindung wolle ihrem Vorurteil gerecht werden, dass sie ein Trinker-Verein seien. Er rät den Spendern ihr Geld direkt an die Organisationen zu spenden, anstatt damit den Studenten zu schaden. “Wenn sie das Bier nicht selber saufen, sondern sogar das spenden würden, würden sie gleich doppelt eine gute Tat begehen”, so Niggli.

“Wir trinken weniger als eine Feuerwehr”

Für Fussen sind die Vorwürfe des Suchtexperten unbegründet: “Am Ende trinken wir wahrscheinlich weniger als eine Freiwillige Feuerwehr an einem Abend.” Nach seiner Schätzung, kommen wohl ein bis zwei Liter Bier für jeden Studenten zusammen und das seien nur etwa vier Stangen. Falls das gesammelte Geld eine Bier-Menge ergeben sollte, die nicht mehr zu schaffen wäre, hat Fussen einen Plan: “Dann veranstalten wir ein grossen Fest mit Bier für alle.”

(rar)


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