Studie: Ersatz von Palmöl kann Umweltprobleme verschärfen

Eine illegale Palmölplantage in Indonesien wird abgeholzt. (Archivbild)
Eine illegale Palmölplantage in Indonesien wird abgeholzt. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA/HOTLI SIMANJUNTAK
Der weltweit steigende Verbrauch von Palmöl belastet die Umwelt. Ein Ersatz durch andere Pflanzenöle ist aber schwierig. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vorgelegte Studie der Beratungsfirma Agripol im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF.

“Der simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern kann sie sogar verschlimmern”, sagte die Studienleiterin beim World Wide Fund For Nature, Ilka Petersen, in Berlin. Für Kokos-, Soja- und Rapsöl benötigte man noch weitaus grössere Anbauflächen als für Ölpalmen. Dafür müsste im tropischen Gürtel weiterer Regenwald gerodet werden.

Dadurch würden wiederum grosse Mengen an Kohlendioxid (CO2) zusätzlich freigesetzt und so der Treibhauseffekt verstärkt, heisst es in der Untersuchung. Die Abholzung sei schon jetzt beim Palmöl das Hauptproblem. Die Monokulturen verringern auch die biologische Vielfalt.

“Es führt daher kein Weg daran vorbei, den Anbau von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten”, stellte Petersen fest. Zugleich müssten die Konsumenten ihr Verhalten ändern: Weniger Fertiggerichte, Eiscreme, Schokolade, Süss- und Knabberwaren führe auch zu einem geringen Palmöl-Verbrauch. Palmöl dürfe auch nicht mehr in Biokraftstoffen verwendet werden, forderte sie.

Die sich ausbreitende Palmöl-Produktion wird auch ein Thema auf dem Weltnaturschutzkongress sein, der vom 1. bis 10. September auf Hawaii stattfindet. Zu dem Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) werden etwa 6000 Teilnehmer erwartet, darunter rund 170 Regierungsvertreter.

Erst kürzlich hatte die IUCN Borneo-Orang-Utans (Pongo pygmaeus) auf ihrer Roten Liste als “vom Aussterben bedroht” eingestuft. Ein wichtiger Grund für die Entwicklung ist den Naturschützern zufolge: Wälder werden für Palmöl-Plantagen abgeholzt und damit der Lebensraum dieser Menschenaffen zerstört.

Wissenschaftler warnten in einer Studie nach Auswertung von Anbaulizenzen vor ähnlichen Gefahren für Gorillas, Schimpansen und Bonobos in Teilen Afrikas. Forscher aus Singapur und der Schweiz konnten nachweisen, dass durch solche Plantagen viele Vogelarten in Südostasien ausgestorben sind.

(SDA)


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