Südliches Eismeer wirkt immer weniger als CO2-Speicher

Mit zunehmender Erwärmung des südlichen Eismeers setzt es zunehmend in der Tiefe gespeichertes CO2 frei.
Mit zunehmender Erwärmung des südlichen Eismeers setzt es zunehmend in der Tiefe gespeichertes CO2 frei. © Erik Galbraith
Forschende haben die CO2-Konzentrationen des südlichen Eismeeres während der letzten 80’000 Jahre rekonstruiert. Die Ergebnisse zeigen, dass es in Zukunft weniger als Treibhausgassenke und mehr als -quelle wirken wird.

Die Weltmeere spielen als Treibhausgasspeicher eine wichtige Rolle für das globale Klima. Eine besondere Aufgabe erfüllt dabei das südliche Eismeer: Es wirkt als Fenster für den CO2-Austausch zwischen Atmosphäre und Ozean. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Bern hat nun ergründet, wie dieser Austausch während der letzten 80’000 Jahre aussah.

Anhand von Tiefseebohrkernen bestimmten die Wissenschaftler um Samuel Jaccard von der Universität Bern den zeitlichen Verlauf der CO2-Konzentrationen des südlichen Ozeans, wie die Universität am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb. Dabei stellten sie fest, dass während Eiszeiten viel CO2 in der Tiefe gespeichert war, aber während Warmphasen wieder freigesetzt wurde.

Gesteuert wird dies offenbar zumindest zum Teil durch den Zustrom von Tiefenwasser aus dem Nordatlantik. Je geringer dieser Zustrom, desto mehr steige die Temperatur des südlichen Meeres und desto mehr des Treibhausgases gelange vom Meer in die Atmosphäre, so das Ergebnis der Studie, die nun im Fachjournal “Nature” erscheint.

“Wir können zeigen, durch welche Prozesse und wie schnell der Austausch von CO2 zwischen dem Tiefenozean und der Atmosphäre vor sich gegangen ist”, erklärte Jaccard in der Mitteilung. Die Resultate deuteten darauf hin, dass der Südliche Ozean künftig immer weniger als Treibhausgassenke wirke. “Nicht weil er weniger CO2 aufnimmt, sondern weil er mehr davon ausgast.”

Forschende vermuten schon länger, dass die Ozeane eine bedeutende Rolle für die natürlichen CO2- und damit auch Klima-Schwankungen der letzten Millionen Jahre spielen. Klimaarchive wie Tiefseebohrkerne helfen dabei, die künftige Pufferwirkung der Weltmeere angesichts steigender CO2-Konzentrationen der Atmosphäre und der zunehmenden globalen Erwärmung abzuschätzen.

(SDA)


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