Sundby überlegen, Cologna zurückgebunden

Erschöpft: In einem sehr harten 30-km-Rennen konnte Dario Cologna nicht ganz mit den Besten mithalten
Erschöpft: In einem sehr harten 30-km-Rennen konnte Dario Cologna nicht ganz mit den Besten mithalten © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Während Martin Johnsrud Sundby in der Tour de Ski bereits in der zweiten Etappe für eine Vorentscheidung sorgt, verliert Dario Cologna als Zwölfter über 30 km gut eineinhalb Minuten.

In der zweiten Etappe der Tour de Ski, einem 30-km-Rennen im klassischen Stil mit Massenstart, holte Martin Johnsrud Sundby in Lenzerheide zur grossen Machtdemonstration aus. Der Weltcupleader und Sieger der letzten beiden Tour-de-Ski-Austragungen gewann mit dem deutlichen Vorsprung von 34,6 respektive 35,1 Sekunden auf seine norwegischen Landsleute Petter Northug und Didrik Tönseth. Ab Rennhälfte zog er unwiderstehlich davon und holte sich als Solo-Spitzenläufer auch die letzten drei von vier Sprints um jeweils 15 Bonussekunden.

Der Tempoverschärfung zollte auch Dario Cologna Tribut. Er handelte sich zwischen Kilometer 15 und 20 einen Rückstand von fast 30 Sekunden ein. Bis ins Ziel, das Cologna als Zwölfter erreichte, summierte sich die Differenz auf 1:36 Minute. Inklusive Bonussekunden liegt der Schweizer als Zehnter in der Gesamtwertung bereits 2:48 Minuten hinter dem überragenden Sundby zurück.

Cologna rätselte über seinen grossen Rückstand. “Auf den langen Distanzen läuft es in diesem Jahr noch nicht so”, bedauerte der dreifache Olympiasieger. Er habe schon früh, nach etwa fünf Kilometern, gemerkt, dass ihm ein sehr beschwerliches Rennen bevorstehen würde. “Wenn man einmal den Anschluss verloren hat, geht es schnell. Leider habe ich es nicht geschafft, mich in der ersten Verfolgergruppe halten zu können”, gab der von 9000 Zuschauern lautstark unterstütze Lokalmatador gefasst zu Protokoll. Wenn jeweils die Bonussprints bevorstanden und an der Spitze dergestalt eine Tempoverschärfung einsetzte, bekundete Cologna teils erhebliche Mühe.

Er werde aber weiterhin versuchen, Plätze gutzumachen und sich allenfalls noch Richtung Podest zu verbessern. Selbstverständlich würde er Sundby das Langlauf-Leben gerne so schwer wie möglich machen, unumwunden gab Cologna jedoch zu: “Momentan ist er eine Klasse besser.” Man habe schon vor der Tour gewusst, dass der 31-Jährige aus Oslo über acht Etappen nicht zu bezwingen sein werde, wenn dieser weiterhin in einer derart tollen Verfassung laufen würde.

Colognas Saison wiederum ist geprägt von Leistungsschwankungen. Erklären kann sich diese im Schweizer Betreuerteam niemand so richtig. Christian Flury, der Teammanager, wiederholte in Lenzerheide vom Disziplinenchef Hippolyt Kempf schon früher getätigte Aussagen, wonach die Saisonvorbereitung grundsätzlich optimal verlaufen sei. “Wir würden alles nochmals so machen”, beteuerte Flury. Derweil die Schweizer einen Schritt nach vorne gemacht hätten, seien es bei den Norwegern dem Anschein nach jedoch deren drei gewesen. “Nicht nur wir haben in den klassischen Langdistanzrennen zu beissen, sondern alle anderen Nationen auch.”

Sundby startet mit grossem Vorsprung, bereits 1:18 Minute auf den zweitplatzierten Northug, in die dritte Etappe am Sonntag, einem Verfolgungsrennen über 10 km im freien Stil. Der Norweger verriet, dass er sich zu Beginn nicht gut gefühlt habe und die Strapazen des Sprints vom Vortag gespürt habe. Danach sei es aber immer besser gelaufen.

Von den übrigen Schweizern lief einzig Jonas Baumann als 25. mit einem Rückstand von 2:24 in die Punkte.

(SDA)


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