SVP entscheidet heute über Dreierticket

Der Bündner SVP-Nationalrat Heinz Brand gilt als Kronfavorit für die Nachfolge von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Am Abend entscheidet die Bundeshausfraktion, wer offiziell als Kandidat für die SVP ins Rennen geht.
Der Bündner SVP-Nationalrat Heinz Brand gilt als Kronfavorit für die Nachfolge von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Am Abend entscheidet die Bundeshausfraktion, wer offiziell als Kandidat für die SVP ins Rennen geht. © KEYSTONE/LUKAS LEHMANN
Gleich vier Parteien fällen am Freitag richtungsweisende Entscheide: SP und FDP wählen ihre Fraktionsspitze neu, die CVP diskutiert über die künftige Ausrichtung ihrer Fraktion. Im Fokus steht aber die SVP mit der Vorstellung der offiziellen Bundesratskandidaten.

Noch ist das Kandidatenfeld weit offen. Der SVP-Fraktionsvorstand will mit einem Dreierticket zur Bundesratswahl antreten, wie er vergangenen Montag mitgeteilt hat. Sechs der neun übrig gebliebenen Kandidaten stehen in der internen Ausmarchung im Fokus.

Sechs mögliche SVP-Kandidaten

Es handelt sich um die Nationalräte Thomas Aeschi (ZG), Heinz Brand (GR) und Guy Parmelin (VD) sowie den Walliser Staatsrat Oskar Freysinger, den Tessiner Staatsrat Norman Gobbi und den Nidwaldner Regierungsrat Res Schmid.

Zwar können heute alle Anwärter zur Anhörung in der Fraktion antreten. Die Chancen der Schaffhauser Hannes Germann und Thomas Hurter dürften jedoch nicht mehr gross sein, da sie für die Findungskommission und den Fraktionsvorstand nicht im Vordergrund stehen. Das Gleiche gilt für den Baselbieter Thomas de Courten. David Weiss und Albert Rösti haben ihre Kandidatur im Laufe der Woche zurückgezogen.

Gobbi kann sich der Nomination schon fast sicher sein. Der Fraktionsvorstand beschloss nämlich ebenfalls einstimmig, mit je einem Kandidaten aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin anzutreten. Gute Chancen haben auch Parmelin und Freysinger, die die Ausmarchung um den welschen Sitz unter sich machen können.

Das letzte Wort hat das Parlament

Bei den Deutschschweizern sind noch drei Kandidierende im Rennen. Vermutlich wird einer von ihnen als Favorit in die Bundesratswahlen am 9. Dezember gehen. Die Fraktion entscheidet am Freitagabend definitiv über die Nomination.

Das letzte Wort hat das Parlament – und dieses entscheidet sich nicht immer für den offiziellen Kandidaten, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt. Die SVP hat für diesen Fall aber vorgesorgt: Parteimitglieder, die entgegen dem Vorschlag der Fraktion die Wahl in den Bundesrat annehmen, werden laut Statuten ausgeschlossen.

SP und FDP wählen neue Fraktionspräsidenten

Am anderen Ende des politischen Spektrums wird am Freitagnachmittag ebenfalls ein wichtiger Personalentscheid gefällt: Das SP-Fraktionspräsidium wird nach der Abwahl des derzeitigen Präsidenten Andy Tschümperlin (SZ) neu gewählt. Die Nationalrätin Barbara Gysi (SG) sowie ihre männlichen Amtskollegen Roger Nordmann (VD) und Beat Jans (BS) bewerben sich für den Posten.

 

Auch die FDP sucht eine Nachfolge für ihre bisherige Fraktionschefin. Dass die Urnerin Gabi Huber ihr Nationalratsmandat und damit das Fraktionspräsidium abgeben wird, war schon länger klar.

Mit dem Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis und dem Berner Nationalrat Christian Wasserfallen stehen der FDP-Bundeshausfraktion zwei Kandidaten für die Nachfolge zur Verfügung. Die Fraktion hat die Auswahl zwischen zwei Generationen, zwei Landesteilen und auch zwei Flügeln der FDP: Während Cassis auf zurückhaltende Art das soziale Gewissen der Partei repräsentiert, steht der mediengewandte Wasserfallen entschieden für wirtschaftsliberale Positionen ein.

 

(SDA)


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