SVP steigt mit Aeschi, Parmelin und Gobbi ins Rennen

Die SVP hat Thomas Aeschi (ZG), Guy Parmelin (VD), Norman Gobbi (TI) offiziell für eine Kandidatur zur Nachfolge der zurücktretenden Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) nominiert. Neun Kanidaten hat sich dem Auswahlverfahren gestellt – schon im Vorfeld war ein “Dreierticket” vermutet worden.

Den ganzen Tag tagte im Fraktionszimmer der SVP eine “Bundesratsfindungskonferenz”. Dass es voraussichtlich drei Kandidaten werden, hatte die Parteileitung der SVP in den letzten Wochen immer wieder betont – ein Vertreter pro Sprachregion sollte es sein. Und so es ist es nun auch gekommen. Aus den Kandidaten sticht der 36-jährige Zuger Thomas Aeschi heraus, der trotz jungem Alter als Hoffnungsträger der Partei gilt. Norman Gobbi galt als Tessiner praktisch gesetzt – und als frankophoner Kandidat war Guy Parmelin ebenfalls in der Pole-Position. Die offizielle Verkündung liess lange auf sich warten – der Termin für die Medienkonferenz wurde bereits verschoben.

Leer ausgegangen ist dagegen der Bündner Nationalrat Heinz Brand. Er war früh ins Rennen gestiegen, hatte lange als Favorit gegolten, ehe ihn Aeschi wohl auf der Zielgerade überholte. Die Wahl fiel mit 44 Stimmen für Aeschi und 37 Stimmen für Brand allerdings relativ knapp aus.

Sämtliche neun Kandidaten mussten sich heute “Hearings” stellen und hatten zehn Minuten Zeit, um Argumente, die für sie sprechen, vorzutragen. Die Nominierungssitzung dauerte rund fünf Stunden. Unter anderem hatte sich auch der Walliser Staatsrat und Ex-Nationalrat Oskar Freysinger für einen Platz auf dem “Dreierticket” beworben, auch er wurde nicht berücksichtigt, machte als Aussenseiter im Rennen gegen Parmelin aber immerhin 29 Stimmen.

Was bedeutet das “Dreierticket” für die Bundesratswahlen?

Am 9. Dezember wird der siebenköpfige Bundesrat neu gewählt. Weil mit Didier Burkhalter und Alain Berset bereits zwei Vertreter aus der Westschweiz im Bundesrat sitzen, ist die Wahl eines weiteren Vertreters aus der Romandie zwar möglich, für einen grossen Teil des Parlaments aber wohl nicht zwingend. Guy Parmelin hat also eher Aussenseiterchancen. Auch Gobbi, der in Bern keine Hausmacht hat und mit polarisierenden Positionen aufgefallen ist, wird nicht als Favorit gesehen. Im Fokus der Aufmerksamkeit steht damit der Zuger Senkrechtstarter Aeschi. Mit 36 Jahren ist er der jüngste der SVP-Bundesratskandidaten. Das Spezialgebiet des Unternehmensberaters ist die Finanzpolitik.

(red)


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