Swatch nutzt Bürgenstock als Werbeberg

Für Swatch-Chef Nick Hayek ist die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Luxusgüterindustrie ein Bekenntnis zum Standort Schweiz.
Für Swatch-Chef Nick Hayek ist die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Luxusgüterindustrie ein Bekenntnis zum Standort Schweiz. © Keystone/PETER KLAUNZER
Der Uhrenhersteller Swatch will das neue geplante Tourismusresort auf dem Bürgenstock im Kanton Nidwalden im grossen Stil als Werbeplattform nutzen. Das Westschweizer Unternehmen und die Resort-Bauer haben eine langfristige Zusammenarbeit beschlossen.

Swatch plant im 500-Millionen-Resort, das Mitte 2017 eröffnet werden soll, auf 670 Quadratmetern fünf Uhren- und Schmuckgeschäfte für seine 18 Uhrenmarken. Neben 37 Vitrinen mit Exponaten stellt Swatch dem Resort Kunstwerke der eigenen Künstlerresidenz aus dem chinesischen Schanghai zur Verfügung.

Die Zusammenarbeit schliesst auch das Hotel Royal Savoy Lausanne ein. Auch in diesem will Swatch in 26 Vitrinen ausgewählte Uhrenmarken ausstellen. Über die finanziellen Eckpunkte des Deals gaben die Partner nichts bekannt.

Für Swatch-CEO Nick Hayek ist die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Luxusgüterindustrie ein Bekenntnis zum Standort Schweiz, wie er an einer Medienkonferenz am Donnerstag auf dem Bürgenstock erklärte. Die Schweiz müsse ihr Erbe und ihre Marken nicht zuletzt angesichts des starken Frankens pflegen sowie den Gästen ein emotionales Erlebnis bieten. Berge und Tunnels allein reichten dafür nicht mehr.

Der für Uhren- und Schmuckgeschäfte beliebte Touristenort Luzern rund 30 Minuten vom Bürgenstock entfernt sei kapazitätsmässig am Limit, sagte Hayek. Die Branche habe auch darum ein Interesse, auf dem Bürgenstock Fuss zu Fassen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Resort und Swatch ist offen. Möglich sind laut den Partnern gemeinsame Anlässe oder auch Werbeaktionen etwa in Swatch-Läden im Ausland. Daneben ist auch denkbar, dass Gäste beispielsweise mit einer Swatch-Uhr am Arm während ihres Aufenthalts im Resort bezahlen können.

Die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Luxusgüterindustrie auf dem Bürgenstock ist nicht neu. So arbeiteten die Branchen bereits in den 1950er Jahren Hand in Hand zusammen. Der Name des Swatch-Konkurrenten Gübelin, nachdem ein Haus auf dem Aussichtsberg benannt ist, soll im Resort nun verschwinden.

Das autofreie Bürgenstock-Resort soll Mitte 2017 eröffnet werden. Die Tourismusanlage umfasst 30 Gebäude und Sportanlagen. Dazu gehören drei Hotels mit knapp 400 Zimmern und 800 Betten sowie ein Dutzend Restaurants. Eröffnet werden soll zudem ein Wellnesskomplex, ein Konferenzzentrum sowie eine Shoppingmeile.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 500 Millionen Franken. Hinter dem Resort steht die Katara Hospitality Switzerland AG mit Sitz in Zug. Sie ist die Betreibergesellschaft für Schweizer Hotels eines katarischen Staatsfonds. Neben dem Bürgenstock Resort gehört auch der Schweizerhof in Bern und das Royal Savoy in Lausanne zu Katara Hospitality.

Die Betreiber sind trotz den gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Tourismus-Branche optimistisch. Sie rechnen dereinst mit 100‘000 Tagesbesucher pro Jahr sowie 150‘000 Übernachtungen, wie Bruno H. Schöpfer, Managing Director von Katara Hospitality Switzerland, sagte. Neben dem Hotelbetrieb setzen die Betreiber auf Gesundheitstouristen, die sich im Resort behandeln lassen können, sowie auf Konferenzen, Residenz-Gäste und Ausflügler aus der Region.

Bei der Verkehrserschliessung sind die Arbeiten laut Bruno H. Schöper auf Kurs. So liegt seit Kurzem die Konzession für den Bau einer Standseilbahn von Kehrsiten NW auf den Bürgenstock vor. Die Baukosten für die neue Standseilbahn werden auf 15 Millionen Franken geschätzt. Zudem soll eine Schiffsverbindung von Luzern nach Kehrsiten geschaffen werden.

(SDA)


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