Tatsächlich! Beim FCSG geht es aufwärts!

Von Marco Latzer
Tatsächlich! Beim FCSG geht es aufwärts!
© Im Aufwind: Toko (links) und Roy Gelmi setzten sich gegen Lausanne-Kicker Samuele Campo durch. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
2:0 gegen Lausanne, zweiter Sieg in Folge. Und das erst noch verdient. Der FC St.Gallen fährt drei wichtige Punkte im Abstiegskampf ein. Der Sieg gegen äusserst harmlose Gäste war unter dem Strich hochverdient. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 5,0. Liess sich von der unwürdigen Spekulation, angefacht von Trainer Joe Zinnbauer, dass womöglich Backup-Mann Dejan Stojanovic in der Kiste stehen könnte, nichts anmerken. Im Gegenteil: Wirkte sehr souverän und verhinderte in der 79. Minute mit einer Glanztat gegen Ben Khalifa den (unverdienten aber in dieser Situation durchaus möglichen) Ausgleichstreffer.

Verteidigung:

Silvan Hefti. Note: 4,5. Engagiert. Auch gegen vorne durchaus ambitioniert, machte über seine Seite ordentlich Dampf. Macht fehlende Erfahrung durch tollen Einsatz wieder wett.

Karim Haggui. Note: 4,0. Das war ganz okay; keine dummen Fehler und deshalb durchaus als solid zu betrachten. Lieferte die Steilvorlage zum 1:0 durch Buess; auch wenn der Verdacht nahe liegt, dass dieser Ball nach vorne so nicht geplant war. Seit seinem Wechsel wurde er an dieser Stelle noch nie so gut bewertet wie heute.

Martin Angha. Note: 4,0. Für einmal keine groben Schnitzer. Auch wenn Lausanne wirklich selten gefährlich in Erscheinung trat, erfüllte er seinen defensiven Part zur Zufriedenheit. In dieser Saison ist das beim Ex-Captain ebenfalls keine Selbstverständlichkeit.

Mittelfeld:

Marco Aratore. Note: 4,5. Ein wirbliger Mann. Auch wenn ihm gegen Lausanne kein grosser Wurf gelang, wusste er durchaus zu überzeugen. Hat einen positiven Einfluss auf die Geschwindigkeit des Spiels.

Roy Gelmi. Note: 4,5. Spielte überraschend auf der Position des «Sechsers» und musste im defensiven Mittelfeld ran. Trainer Joe Zinnbauer hatte dies in der Nacht vor dem Spiel so entschieden und war nach Abpfiff voll des Lobes. Fazit von FM1Today: War nicht überragend, aber ganz okay. Den grippekranken Gaudino konnte er auf jeden Fall problemlos ersetzen. In der Nachspielzeit verletzungsbedingt durch Kofi Schulz ersetzt.

Toko. Note: 5,0. Beschenkte sich zu seinem Geburtstag – er wurde 26 Jahre alt – mit einem wunderbaren Assist zum 2:0 durch Tafer gleich selbst. Auch sonst mit tollem Einsatz und viel Schwung auf dem Rasen unterwegs. Er bleibt der mit Abstand überzeugendste Neuzugang dieser Saison.

Andreas Wittwer. Note: 3,5. Kam auf seiner Seite nicht wirklich zur Geltung; das Spiel lief ziemlich an ihm vorbei. Verzeichnete deshalb auch kaum nennenswerte Aktionen.

Danijel Aleksic. Note: 3,0. Viel Schatten und wenig Licht. Einerseits zeigt er sich sehr bemüht, aber gleichzeitig gelingt ihm momentan praktisch gar nichts. Seine Freistösse sind unterdessen ein veritables Ärgernis, weil er partout aus jeder Lage den direkten Abschluss auf das gegnerische Tor sucht. In der 81. Minute ausgewechselt und durch Yannis Tafer ersetzt, der mit seinem Treffer zum 2:0 auch gleich die Vorentscheidung zu markieren wusste.

Sturm:

Roman Buess. Note: 4,5. Buchte seinen vierten Liga-Treffer der Saison, wobei das damit gemeinte Goal zum 1:0 eines der psychologisch wichtigen Sorte war. Schoss seine Mannschaft auf Siegeskurs. Ansonsten viel Kampf und Knorz  mit wenig Ertrag. Musste in der 88. Minute für Lucas Cueto vom Rasen.

Albian Ajeti: Note: 4,5. Hätte sich das Tor eigentlich eher verdient gehabt als Sturmpartner Buess. War präsenter, williger und ist einfach von Natur aus der bulligere Typ, der auch einmal durch die gegnerische Verteidigung brechen kann. Gegen Lausanne blieb ihm der Torschuss ins Glück verwehrt, aber das kann ja noch werden.

FM1Today-Teamschnitt: 4,3

Fazit: Erstmals in diesem Jahr gewinnt der FC St.Gallen zwei Spiele in Folge. Kaum zu glauben. Und Trainer Joe Zinnbauer kann sich darüber freuen, dass seine Mannschaft weitere Argumente für den Verbleib des Übungsleiters geliefert hat. In der Tat ist die  Tabellenlage besser als auch schon; es gelang der Anschluss ans hintere Tabellenmittelfeld. Der Vorsprung auf Schlusslicht Vaduz beträgt unterdessen fünf Punkte.

Champagner-Fussball hat der FCSG weiterhin freilich nicht zu bieten. Gegen Lausanne wurde aber wenigstens gute Hausmannskost geboten. Das lag am Willen der Ostschweizer – und an einem ziemlich harmlosen bis desolaten Gegner. Die Waadtländer erwischten einen ganz üblen Tag und sind unterdessen seit fünf Spielen ohne Sieg. Die Truppe von Trainer-Shootingstar Fabio Celestini war in dieser Verfassung kein wirklicher Prüfstein für die Espen.

Ein nächster wirklicher Gradmesser könnte am nächsten Wochenende folgen: Dann müssen die Grün-Weissen auswärts beim punktgleichen aber äusserst heimstarken Grasshopper Club  Zürich antreten. Kickoff ist am Samstagabend um 20:00 Uhr.


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