Wegen Wärme: Tessin leidet an Trockenheit

Tiefer Pegelstand beim Verzasca-Staudamm, aufgenommen am Mittwoch, 27. Januar 2016.
Tiefer Pegelstand beim Verzasca-Staudamm, aufgenommen am Mittwoch, 27. Januar 2016. © /KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY
Die lang anhaltende Trockenheit setzt dem Tessin weiter zu. Der mangelnde Niederschlag im Südkanton stellt im Vergleich zum Rest der Schweiz die Ausnahme dar – aussergewöhnlich mild ist es jedoch im ganzen Land. Ursache ist eine Westströmung, die der Schweiz derzeit milde Luft zuführt.

Aus diesem Grund sei es derzeit “frühlingshaft mild”, sagte Andreas Asch von MeteoSchweiz am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Rekordwerte seien jedoch keine erreicht worden.

Sowohl auf der Alpensüd- wie auf der Alpennordseite wurden demnach am Montag verbreitet zwischen 12 und 17 Grad gemessen. Besonders die Zentralschweiz gab sich für die Saison ungewöhnlich warm: ein Spitzenwert wurde in Giswil OW verzeichnet, wo das Thermometer auf 17 Grad kletterte. In Luzern erreichte die Temperatur im Verlauf des Tages 16 Grad.

Im Süden konnten mit Föhn lokal bis knapp 20 Grad registriert werden, wie der Wetterdienst Meteonews mitteilte. Die Nullgradgrenze liegt zur Zeit bei 3500 Meter.

Doch für die kommenden Wintersportferien ist noch nicht alles verloren: Mitte Woche erwarten die Meteorologen nochmals einen Wintereinbruch – in der Nacht auf Donnerstag soll es laut MeteoSchweiz nochmals bis in die Niederungen Schnee geben. Danach erwartet der Wetterdienst wechselhaftes Wetter, mit einer Schneefallgrenze, die zwischen 800 und 1500 m. ü. M. schwankt.

Jene, die Skiferien in nicht allzu hohen Gebieten planen, müssen aufgrund der Prognose also noch nicht auf Wanderferien umsatteln.

Während die nördliche Schweiz am Wochenende regelrecht verregnet wurde, hält im Tessin die Trockenheit weiter an. Nachdem die Monate November und Dezember als die wärmsten und trockensten in die Geschichte eingingen, fiel auch im Januar der erhoffte Niederschlag weitgehend aus. Leidtragende sind die Landwirtschaft und die Energieproduzenten.

Würden die Monate November, Dezember und Januar zusammen betrachtet, könne von einer aussergewöhnlichen Trockenheit im Tessin gesprochen werden, sagte Fosco Spinedi von Meteo Schweiz in Locarno am Montag auf Anfrage. Generell träten längere Trockenphasen im Tessiner Winter häufiger auf – allerdings sei davor zumindest im Herbst ausgiebiger Regen gefallen, was in diesem Jahr nicht der Fall gewesen sei, so Spinedi.

Der aktuelle Pegel des Lago Maggiore liege deshalb rund einen Meter unter dem langjährigen Mittel. Nur die Regulierung über die Schleusen in der italienischen Gemeinde Sesto Calende würden aktuell ein weiteres Absinken des Pegels verhindern.

Unter der anhaltenden Trockenheit würde bereits die Landwirtschaft leiden, die in den kommenden Wochen im Tessin damit beginne anzupflanzen, sagte Spinedi. Die Waldbrandwarnstufe liege im Tessin aktuell bei Stufe drei von fünf – im Dezember hatte sie bereits Stufe vier erreicht, was mit Warnhinweisen der Behörden an die Bevölkerung einherging.

(SDA)


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