Tessiner Tageszeitung «Giornale del Popolo» wird eingestellt

Die Tessiner Tageszeitung "Giornale del popolo" wird am kommenden Samstag zum letzten Mal erscheinen.
Die Tessiner Tageszeitung "Giornale del popolo" wird am kommenden Samstag zum letzten Mal erscheinen. © Keystone
Aus für die Tessiner Tageszeitung «Giornale del Popolo»: Sie wird als Folge des Konkurses des Werbevermarkters Publicitas am Samstag zum letzten Mal erscheinen, wie die Herausgeber am Donnerstag mitteilten. Ein wichtiger Teil der Einkünfte stammt aus der Werbung.

Herausgeber der Zeitung ist der Tessiner Bischof Valerio Lazzeri. Er habe sich gezwungen gesehen, am Donnerstag bei der Präfektur in Lugano die Bilanz zu deponieren, hiess es in einer Mitteilung. Das katholisch geprägte Blatt hatte zuletzt 35’000 Leserinnen und Leser und gemäss Wemf eine Auflage von 10’041 Exemplaren.

Von der Schliessung betroffen sind rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für sie soll gemäss der Mitteilung nach möglichst verträglichen Lösungen gesucht werden. Das «Giornale del Popolo» existiert seit 1926. Ursprünglich gehörte das Blatt der Opera diocesana Giornale del Popolo.

Seit 2004 sind 51 Prozent der Zeitung im Besitz des Bistums Lugano. Die übrigen 49 Prozent gehören über die TImedia Holding der Società Editrice Corriere del Ticino, wie es auf der Internetseite heisst.

Per Jahresbeginn hatte sich das «Giornale del Popolo» nach 14-jähriger Zusammenarbeit von der Tageszeitung «Corriere del Ticino» getrennt und war wieder eigene Wege gegangen. Unter anderem wurden damals verschiedene Zukunftsvisionen als Grund für die Trennung angegeben. Die Kooperation hatte seit 2004 bestanden und umfasste vor allem die Werbung und einige Redaktionsinhalte.

Der Konkurs der Werbevermarkterin Publicitas war erst vergangenen Freitag bekannt geworden. Das Unternehmen litt wie die Medienhäuser unter dem markanten Rückgang der Printwerbung. Publicitas schrieb schon mehrfach rote Zahlen, zog sich aus Auslandgeschäften zurück, wurde geschrumpft und umstrukturiert.

AZ Medien, Corriere del Ticino, NZZ, Tamedia und der Verband Schweizer Medien hatten nach Bekanntwerden des Konkurses umgehend eine neue Gesellschaft gegründet, die unter dem Namen AdAgent AG Werbekunden und Verlage im Handling von Print-Kampagnen unterstützen soll.

(SDA)


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