Tetra Pak plant Schliessung von Standort Romont – 123 Stellen weg

Tetra Pak will weniger "Made in Switzerland" und den Standort in Romont FR schliessen. (Archiv)
Tetra Pak will weniger "Made in Switzerland" und den Standort in Romont FR schliessen. (Archiv) © KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA
Das schwedische Verpackungsunternehmen Tetra Pak will seinen Produktionsstandort im freiburgischen Romont schliessen. Der endgültige Entscheid fällt Mitte 2016. Ist er negativ, fallen 123 Arbeitsplätze weg. Sie sollen ins europäische Ausland verlagert werden.

Das Unternehmen eröffnete am Dienstag das Konsultationsverfahren und informierte die Belegschaft, wie es in einem Communiqé mitteilte. Mit der Schliessung will Tetra Pak die Effizienz steigern, die Kosten senken und so die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Die Produktion aus Romont soll an andere Tetra-Pak-Standorte in Europa verlegt werden. Der Schliessungsplan sei nicht leichtfertig gefasst worden, schreibt die Firma. Er habe weder mit der Qualität der Arbeit vor Ort noch mit dem Engagement der Mitarbeitenden zu tun.

Der Wettbewerb in Europa wird nach Unternehmensangaben indessen immer härter. Vor diesem Hintergrund macht eine Verlagerung an andere Standorte Sinn, wo Kapazitäten bestehen, begründet Tetra Pak den Schritt.

Das Unternehmen unterstreicht, ein endgültiger Entscheid falle erst nach einer sorgfältigen Konsultation und erst nach Begutachtung aller Vorschläge aus dem Verfahren. Gleichzeitig sichert die Firma allen Betroffenen Unterstützung zu. Dazu gehören den Angaben zufolge ein Sozialplan und die Hilfe bei der Suche nach einer neuen Stelle.

Die geplante Schliessung des Standorts ist für den Kanton Freiburg ein harter und überraschender Schlag. Man sei vergangene Woche über den Schritt informiert worden, sagte Staatsrat Beat Vonlanthen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Regierung werde nun versuchen eine Lösung zu finden mit Tetra Pak. Realistischerweise werde es aber sehr schwierig werden den Konzern von seinem Vorhaben abzubringen.

Überrascht zeigt sich auch die Gewerkschaft Unia. Es gebe keinen Grund eine gut funktionierende Fabrik zu opfern. Tetra Pak wolle offenbar den Profit auf dem Buckel der Angestellten steigern, kritisierte Gewerkschaftssekretär Armand Jaquier. Die Unia werde nun in Hinblick auf eine mögliche Intervention mit den Angestellten in Kontakt treten.

Tetra Pak hat seine Ursprünge 1946 in Schweden. Dort entwickelte Ruben Rausing den Milch-Verpackungskarton. Die 1951 gegründete Firma lieferte den ersten noch tetraederförmigen Milchkarton 1952 an eine schwedische Molkerei aus.

Das Unternehmen ist heute der weltweit führende Anbieter von Verarbeitungs- und Verpackungssystemen für Lebensmittel. Das umfasst neben den Verpackungen selbst auch Verpackungsmaschinen für Milchprodukte, Glacé, Getränke und Fertigprodukte.

Seine Produkte gelangen nach eigenen Angaben täglich zu Hunderten Millionen Menschen in 175 Ländern. Tetra Pak ist eines von drei Unternehmen der Tetra-Laval-Gruppe. Die beiden anderen Unternehmen sind DeLaval und Sidel. Der Hauptsitz ist in Pully VD.

Tetra Pak beschäftigt mehr als 23’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 80 Ländern tätig. Bereits vor zehn Jahren hatte Tetra Pak eine Teilschliessung des Standorts Romont beschlossen. Damals fielen dem Schritt gut 130 Stellen zum Opfer. Das war die Hälfte der Arbeitsplätze.

(SDA)


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