Theater-Sanierung für fast 50 Millionen

Die Instandsetzung des Theaters St.Gallen soll 47,6 Millionen Franken kosten.
Die Instandsetzung des Theaters St.Gallen soll 47,6 Millionen Franken kosten. © Visualisierung zVg
Das Theater St.Gallen ist in die Jahre gekommen. Für 47,6 Millionen Franken sollen deshalb Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten durchgeführt werden. Die St.Galler Regierung hat beim Kantonsrat deshalb einen entsprechenden Kredit beantragt. 

Wie die St.Galler Staatskanzlei mitteilt, stimmt beim in den 60er-Jahren erbauten Stadttheater so einiges nicht mehr: Das Gebäude sei abgenutzt, die Technik veraltet. Das Haus genüge nicht mehr den energetischen und sicherheitstechnischen Bedingungen, im Allgemeinen sei der Theaterbetrieb nicht mehr zeitgemäss. Um es langfristig betreiben zu können, müsse das Theater St.Gallen deshalb saniert werden, hinzu komme eine «moderate Erweiterung». Die St.Galler Regierung hat deshalb einen entsprechenden Kredit von 47,6 Millionen Franken beim Kantonsrat beantragt.

Risse in Fassade

Eine generelle Instandsetzung habe das Gebäude seit seiner Erbauung nie erfahren, heisst es in der Mitteilung weiter. Nur einzelne Gebäudeteile seien von Zeit zu Zeit ersetzt worden. Die Stühle seien vor 24 Jahren neu bezogen worden und dementsprechend durchgesessen. Die Sichtbeton-Fassade weise Risse und Abplatzungen auf, die Glas-Metall-Fassade im Foyer verstosse gegen energetische Anforderungen. Nicht nur die stetige Abnützung, auch gesetzliche Regelungen bezüglich Arbeitsrecht, Energiegesetz und Sicherheitsvorschriften seien Gründe für die Renovation.

Innere Verdichtung ausgereizt

Der Bühnenbereich sei nicht mehr zeitgemäss, schreibt der Kanton. Heute werde eine dreidimensionale Kulissenarchitektur erwartet, zu Beginn habe man fast ausschliesslich mit Prospektmalerei gearbeitet. Während der Jahre habe man Platz geschaffen, indem man das Gebäude gegen innen verdichtet und einige Nutzungen wie den Kleiderfundus ausgelagert habe, nun sei diese Verdichtung ausgereizt.

Für die Bühnenhandwerker sei die Arbeit mühselig, im Untergeschoss gebe es für sie kein Tageslicht. Die Kulisse müsse mit Muskelkraft bewegt werden. Die Garderoben- und Maskenräumlichkeiten seien zu klein für die teilweise sehr grosse Besetzung. Auch die sanitären Anlagen müsse man dringend renovieren.

Anbau an nordwestlicher Ecke

Der zusätzliche Raumbedarf verlange eine Erweiterung des Theatergebäudes um 750 Quadratmeter. Mit dem zusätzlichen Platz könne man die aktuellen Arbeitsplatzvorschriften erfüllen und angemessene Künstlergarderoben und Maskenräume zur Verfügung stellen. Aus baulichen und betrieblichen Gründen könne der Anbau nur an der nordwestlichen Gebäudeecke entstehen.

Bauarbeiten dauern zwei Jahre

In der Junisession berät das Parlament das Geschäft in einer ersten Lesung. Stimmt der Kantonsrat dem Vorhaben zu, starten die Instandsetzungsarbeiten im Sommer 2019. Die Arbeiten am Gebäude dauern zwei Jahre. Der wertvermehrende Anteil des Projekt beläuft sich auf 9,5 Millionen Franken, der restliche Betrag deckt werterhaltende Massnahmen. Erst, wenn der wertvermehrende Teil der Bauvorlage mehr als 15 Millionen Franken beträgt, ist eine Volksabstimmung notwendig, was bei der Theater-Sanierung nicht der Fall ist.

Provisorium für 4,5 Millionen

Während der Bauarbeiten muss das Theatergebäude – bis auf die Werkstätten – schliessen. Der Theaterbetrieb soll deshalb in ein Provisorium verlegt werden. Dieses wird gemäss der St.Galler Staatskanzlei zwischen dem Kunstmuseum und dem Historischen und Völkerkundemuseum erstellt, bietet Platz für 500 Personen (aktuell sind es 700) und kostet 4,5 Millionen Franken.

(red.)


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