Thomas Jordan sieht geringes Risiko für negative Preisspirale

Thomas Jordan, bei einem Auftritt im vergangenen Mai: An der IWF-Jahrestagung in Lima äusserte sich der Chef der Schweizerischen Nationalbank auch zur Geldpolitik in der Schweiz. (Archivbild)
Thomas Jordan, bei einem Auftritt im vergangenen Mai: An der IWF-Jahrestagung in Lima äusserte sich der Chef der Schweizerischen Nationalbank auch zur Geldpolitik in der Schweiz. (Archivbild) © KEYSTONE/CHRISTIAN BRUN
Obwohl die Teuerungsrate derzeit unter Null liegt, gibt es in der Schweiz nach Einschätzung von Nationalbank-Chef Thomas Jordan nur ein geringes Risiko für eine negative Preis- und Lohnspirale. Das sagte Jordan an der IWF-Jahrestagung am Samstag in Lima.

Sollte der Wechselkurs nicht weiter aufwerten und die Ölpreise nicht weiter sinken, könne die Schweiz Anfang 2017 zu einer Null-Inflation zurückkehren, sagte Jordan weiter. Per Ende September sind die Konsumentenpreise in der Schweiz auf Jahresbasis um 1,4 Prozent gefallen.

Unter der Preis-Lohn-Spirale wird die Tendenz verstanden, dass sinkende oder steigende Preise zu sinkenden respektive steigenden Löhnen führen und sich diese Entwicklung unter Umständen gegenseitig antreibt. Daraus kann eine spiralenartige Entwicklung entstehen, aus der ein Ausbruch nur schwer möglich ist.

Jordan bekräftigte, dass die Nationalbank, wenn nötig, auch nach der Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze am Devisenmarkt interveniert. Dies sollte zusammen mit dem negativen Leitzins zu einer weiteren Abwertung der Landeswährung beitragen.

Der Schweizer Franken ist laut Jordan derzeit weiterhin “deutlich überbewertet”, was zu einer “schwierigen Situation” für die Schweizer Wirtschaft führe.

(SDA)


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