Thuns ungemütliche Lage

Wirkte in den letzten Tagen angespannt: Thuns geforderter Trainer Jeff Saibene
Wirkte in den letzten Tagen angespannt: Thuns geforderter Trainer Jeff Saibene © KEYSTONE/URS FLUEELER
In Thun wären sie vor der 9. Super-League-Runde froh, wenn sie so viele Punkte auf dem Konto hätten wie St. Gallen oder Vaduz. Gegen Lugano ist ein Sieg des Schlusslichts deshalb Pflicht.

Vier Niederlagen in Serie, was letztmals 2011 unter Bernard Challandes vorgekommen ist, bedeuten den letzten Tabellenplatz. Für Trainer Jeff Saibene ist es eine «gefährliche Situation». Der Luxemburger hat es «noch nicht erlebt, dass man für solche Auftritte nicht belohnt wird».

Saibene sprach damit die Spiele in Sitten (0:1) und gegen St. Gallen (1:2) an, in denen sich Thun viele Chancen erarbeitet hatte. Die Resultate stimmten aber schon seit dem einzigen Saisonsieg am 11. August gegen die Grasshoppers nicht mehr. Aufwand und Ertrag standen für die Berner Oberländer in keinem Verhältnis.

Dennoch bewahrt das Umfeld Ruhe. Sportchef Andres Gerber macht keine Anstalten, an der Besetzung des Trainerpostens etwas zu ändern. Eine Entlassung von Saibene ist, vielleicht auch aus wirtschaftlichen Gründen, nicht einmal ansatzweise ein Thema.

Saibene ist sich der heiklen Lage bewusst. Ein Sieg am Sonntag Nachmittag gegen Lugano (Anpfiff 13.45 Uhr) ist allein schon deshalb Pflicht, weil eine Woche später das Auswärtsspiel in Basel ansteht. In diesem ist eher weniger mit Punktezuwachs zu rechnen.

So miserabel die Auswärtsbilanz mit null Punkten aus fünf Partien aussieht, so makellos haben sich die Grasshoppers in den drei Heimspielen gehalten. Gegen Vaduz (ab 13.45 Uhr) sind die Zürcher deshalb Favorit. «Mir wäre es lieber gewesen, GC müsste bei uns im Rheinpark spielen», witzelte der Vaduzer Trainer Giorgio Contini.

Gegen Vaduz gewann GC in der letzten Saison nur eines der vier Duelle. Bei den seit drei Spielen sieglosen Liechtensteinern ist Philipp Muntwiler (2 Treffer) der einzige Mehrfachtorschütze.

Die Young Boys bestreiten auch das zweite Spiel dieser Woche auswärts. Das 0:0 in Vaduz war nicht das durchschlagende Argument, um nach den vielen personellen Änderungen in der Führungsetage den Unmut der Fans zu dämpfen. Nächste Gelegenheit dazu bietet die Partie ab 16.00 Uhr in Sitten, die erste unter dem neuen Sportchef Christoph Spycher.

(SDA)


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