Thurgau hat den goldenen Ballon

Von Laurien Gschwend
Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger, Weltmeister im Gasballonfahren.
Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger, Weltmeister im Gasballonfahren. © zvg
Am vergangenen Sonntag startete der 60. Coupe Aéronautique Gordon Bennett im deutschen Gladbeck. 58 Stunden und 1800 Kilometer später sind die Thurgauer Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger in Griechenland angekommen. Damit gewinnen sie den Wettbewerb und werden zum dritten Mal Weltmeister im Gasballonfahren. 

Als wir am Mittwochnachmittag mit den beiden Piloten des Ballons «MM Technics» telefonieren, sitzen sie gerade neben einem Acker, mitten in Griechenland. Bis 22 Uhr warten sie auf das Fahrzeug, welches sie wieder zurück nach Hause bringt. Nach 58 Stunden Nonstop-Flug sind sie am Ziel angekommen. «Das Gefühl ist fantastisch», sagt Kurt Frieden aus Hohentannen. Bereits seit dem Vorabend haben er und sein Partner, Pascal Witprächtiger aus Schlatt, fest damit gerechnet, den Weltmeistertitel zum dritten Mal in den Thurgau zu holen.

Das Thurgauer Team feiert den Sieg in Griechenland. © zvg

Prost! Das Thurgauer Team feiert den Sieg in Griechenland. © zvg

Ziel bei der Langdistanz-Weltmeisterschaft ist es, nach dem Start so weit wie möglich zu kommen – ohne zu landen. Anders als bei Heissluftballons wird die Hülle nicht mit Luft, sondern mit Helium oder Wasserstoff gefüllt.

Konkurrenz deutlich abgehängt

«Wir haben von Anfang an die Strategie festgelegt, über die Alpen nach Italien zu fahren», so Frieden weiter. Dass das Wetter derart gut ist, um bis nach Mittelgriechenland zu gleiten, damit hätten die Thurgauer nicht gerechnet. Weil Frieden und Witprächtiger so sparsam mit dem Sand umgegangen sind, war es möglich, ganze 1800 Kilometer zu fahren – als einziges von 24 Teams. Den Sand wirft man ab, um steigen zu können.

Über ein Livetracking konnten Interessierte das Rennen mitverfolgen:

gordonbennett.aero/live

gordonbennett.aero/live

«Einer war immer am schlafen»

Die Thurgauer haben sich während 58 Stunden einen Korb von anderthalb Quadratmetern geteilt. Geht man sich während dieser langen Zeit auf so kleinem Raum nicht auf die Nerven? Frieden und sein Co-Pilot lachen. «Es vereinfacht sich natürlich dadurch, dass einer immer ein bisschen am schlafen ist», erklärt Witprächtiger. In den gemeinsamen Wachzeiten habe man die Strategie besprochen und die Strecke der Gegner analysiert. «Aber es ist schon so, man muss sich mental auf so einen Dreitäger einstellen», gibt der Thurgauer zu. Mitten auf der Route auszusteigen, das sei keine Option.

Nächstes Jahr Start in der Schweiz

Den zweiten Platz belegen ebenfalls Schweizer: Das Team von Nicolas Tièche und Laurent Sciboz aus Fribourg trieb es bis nach Papanice in Italien. Zwei Spanier teilen sich den dritten Platz. Auch im nächsten Jahr möchten Frieden und Witprächtiger wieder im Gasballonfahren brillieren. Dann startet das Rennen im Kanton Fribourg.

Auf diesem Blog kannst du alles über die Goldfahrt von Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger nach Griechenland nachlesen.


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