Thurgau senkt Anforderungen für KV-Lehre

Es gibt weniger KV-Lernende im Kanton Thurgau. (Symbolbild)
Es gibt weniger KV-Lernende im Kanton Thurgau. (Symbolbild) © KEYSTONE/Gaëtan Bally
Der Verwaltung des Kantons Thurgau fehlen die KV-Lernenden. Als Massnahme hat das Personalamt die Anforderungen für die kaufmännische Lehre gesenkt. 

«Wir hatten in unseren Glanzzeiten 220 Bewerbungen für eine kaufmännische Lehre, auf das Jahr 2017 waren es nur noch 48», sagt Edi Hanselmann vom Personalamt des Kantons Thurgau gegenüber TVO. Mit einem Einbruch habe er zwar gerechnet. Dass sich nur so wenige Jugendliche für eine KV-Lehre beim Kanton interessieren, habe ihn aber überrascht.

Notenschnitt darf tiefer liegen

Um dem Trend entgegenzuwirken, hat der Kanton Thurgau die Anforderungen für die kaufmännische Lehre gesenkt. Verlangte man früher noch einen Notendurchschnitt von 4,5 bis 5 in der Oberstufe, lade man heute auch Schülerinnen und Schüler mit einem 4,4-Schnitt zu einem Bewerbungsgespräch ein, so Hanselmann. Man dürfe aber nicht zu tief gehen, «sonst schaffen die Lernenden die Lehrabschlussprüfung nicht mehr». Als weitere Massnahme hat der Kanton Thurgau einen der neun Lehrstellenplätze gestrichen.

Akademisierung als Grund für Rückgang

Auch in St.Gallen und den beiden Appenzell spürt man, dass sich weniger junge Menschen für eine kaufmännische Lehre bei der kantonalen Verwaltung interessieren. Gemäss Thomas-Peter Binder vom Branchenverband für Berufe in der öffentlichen Verwaltung gibt es verschiedene Gründe für die Entwicklung. Zum einen seien es geburtenschwächere Jahrgänge, die aktuell eine Lehre antreten. Zum anderen sei sicherlich auch die Akademisierung ein Thema sowie das Aufkommen von Berufen, die es früher seltener gab (zum Beispiel Mediamatiker).

Ob es irgendwann gar keine KV-Lernenden beim Kanton Thurgau mehr gibt, erfährst du im TVO-Beitrag:

(red.)


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