Thurgau streicht Frühfranzösisch

Frühfranzösisch bleibt vorerst in der Primarschule.
Frühfranzösisch bleibt vorerst in der Primarschule. © Mareycke Frehner/St.Galler Tagblatt
Die Thurgauer Regierung schickt den neuen Lehrplan in die Vernehmlassung. Ab 2018 will sie auf das Frühfranzösisch verzichten und geht damit auf Konfrontationskurs zum Bundesrat. 

Die Thurgauer ziehen es durch: Das Parlament beschloss 2014, auf den Französischunterricht auf der Primarstufe zu verzichten. Nun legt der Regierungsrat nach. Heute gab er bekannt, dass er den Lehrplan entsprechend angepasst habe. Er hat ihn in die Vernehmlassung verabschiedet.

Die Medienkonferenz war landesweit mit Spannung erwartet worden. Denn es steht mehr als nur ein kantonaler Lehrplan auf dem Spiel. Mit dem Verzicht auf das Frühfranzösisch weicht der Thurgau vom interkantonalen Lehrplan 21 ab. Aber nicht nur: Die Regierung stellt sich auch gegen den Bundesrat und provoziert einen Sprachenstreit.

Alain Berset hat bereits laut Medienberichten klar gemacht, dass er nicht akzeptiere, dass ein Kanton den Primarschülern nur Englisch als Fremdsprache beibringe. Das Erlernen einer zweiten Landessprache sei für den Zusammenhalt der Schweiz wichtig. Berset will nun die Kantone mit einer Anpassung des Sprachengesetzs dazu verpflichten, in der Primarschule eine zweite Landessprache zu unterrichten.

Das Berset-Departement gibt sich gegenüber TVO zugeknöpft. Man nehme keine Stellung, im Moment sei alles gesagt. Jetzt sei die Schweizerische Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) am Zug. Man warte nun deren Antwort auf den Vorschlag für eine Gesetzesänderung ab.

Die Abschaffung des Frühfranzösisch ist aber nicht die einzige Neuigkeit: Verbindlich festlegen will die Regierung, dass künftig alle Sechstklässlerinnen und Sechstklässler das traditionelle “Thurgauerlied” erlernen müssen. Dies wird damit begründet, dass im Kanton “die musikalische Förderung eine grosse Bedeutung” geniesse.

(red)


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