Thurgau wehrt sich gegen Schliessung der SBB-Verkaufsstellen

Nicht alle Kunden würden bei Billettautomaten die Tickets lösen können.
Nicht alle Kunden würden bei Billettautomaten die Tickets lösen können. © KEYSTONE/LUKAS LEHMANN
Der Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Walter Schönholzer schreibt in einem Brief an SBB-Chef Andreas Meyer, dass die von den SBB angekündigten Schliessungen des Billettverkaufs durch Dritte ein falsches Signal sei.

Die SBB haben angekündigt, dass die Drittverkaufsstellen für Tickets geschlossen werden sollen. Alleine elf der schweizweit 52 Verkaufsstellen sind im Thurgau. Wie Walter Schönholzer im Brief schreibt, habe man ein gewisses Verständnis für die Schliessung aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Die Thurgauer Verkaufsstellen haben 2015 einen Umsatz von 6,3 Millionen Franken erwirtschaftet.

«Die SBB haben jedoch auch andere als rein betriebswirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen», heisst es. Die Schliessung sei «ein völlig falsches Signal in einer Zeit, in der es darum geht, den Anteil des öffentlichen Verkehrs weiter zu steigern».

Die Drittverkaufsstellen würden einen wichtigen Service für Menschen bieten, die ihr Billett nicht online, mobile oder über die Billettautomaten lösen könnten. «Die Zeit für die Schliessung der Drittverkaufsstellen ist nicht reif», hält Schönholzer in seinem Schreiben fest. Insbesondere so lange der Zutritt zum öffentlichen Verkehr – durch eine automatische Erfassung der Fahrten mit anschliessender Rechnungsstellung – nicht wesentlich vereinfacht werde, müssten sowohl die bedienten SBB-Bahnhöfe als auch die Drittverkaufsstellen erhalten bleiben.

(red.)


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