Thurgauer Betrüger Rolf Erb ist tot

Rolf Erb nach der Urteilsverkündigung 2014 in Zürich (Archiv)
Rolf Erb nach der Urteilsverkündigung 2014 in Zürich (Archiv) © (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Das Gericht verurteilte ihn zu sieben Jahren Haft, nun ist der Millionenbetrüger Rolf Erb, der im Schloss Eugensberg in Salenstein wohnte, tot. Seine Partnerin fand ihn offenbar in seinem Schloss. Erb sagte nach seiner Verurteilung vor Bundesgericht, er sei suizidgefährdet.

Am 1. Mai hätten Rolf Erb und seine Familie aus dem Schloss Eugensberg in Salenstein ausziehen müssen. Der 65-jährige Ex-Konzernchef hat sich dagegen bis zuletzt mit allen Mitteln gewehrt. Nun ist er tot. Andy Theler von der Kantonspolizei Thurgau bestätigt eine entsprechende Meldung vom Blick gegenüber FM1Today.

«Seine Lebenspartnerin fand ihn am frühen Samstagabend», sagt Andy Theler. Die Todesursache ist noch nicht geklärt, Drittverschulden wurde allerdings ausgeschlossen. Ob Rolf Erb an einem natürlichen Tod gestorben ist oder Suizid begangen hat, wird im Rechtsmedizinischen Institut in St.Gallen untersucht. «Es wird etwa zwei bis drei Tage dauern, bis ein Ergebnis der Rechtsmedizin vorliegt», sagt Andy Theler.

Verurteilt wurde Rolf Erb wegen gewerbsmässigem Betrug, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung. Das Bundesgericht bestätigte die Verurteilung des Zürcher Obergerichts und verurteilte Rolf Erb zu sieben Jahren Haft. Dieser sagte vor Gericht, er sei suizidgefährdet. Das Gericht entschied, dass Rolf Erb die Haftstrafe trotzdem absitzen muss. Das Argument einer Selbstgefährdung dürfe nicht das letzte Mittel sein, um einer Haftstrafe zu entgehen. Ausserdem sei ein Suizid im Gefängnis weniger gefährlich als in der Freiheit. Aufgrund der Suizidgefährdung wurde entschieden, dass die Haft nicht aufgeschoben wird und Erb die Gefängnisstrafe so schnell als möglich antreten sollte.

Im Rahmen des Konkursverfahrens haben die Gerichte zuvor auch entschieden, dass Rolf Erb und seine Familie das Schloss Eugensberg in Salenstein TG verlassen müssen. Der Zeitpunkt des Auszug wäre auf den kommenden 1. Mai angesetzt gewesen. Eugensberg und weitere Vermögenswerte sind nach dem Zusammenbruch der Erb-Gruppe der Konkursmasse zugeschlagen worden.

Erb war der letzte Konzernchef der Winterthurer Erb-Gruppe, die 2003 Konkurs ging. Der Fall gilt als zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Geschichte. Der Schaden soll sich auf mehrere Milliarden belaufen haben. Erb wurde zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Erb hatte stets alle Vorwürfe am Erb-Konkurs abgestritten und die Schuld seinem verstorbenen Vater Hugo zugeschoben. Dieser habe die Fäden in der Hand gehabt.

Erb hatte das Schloss, das Inventar, Aktien, 13 Autos und Geld kurz vorher seiner Familie verschenkt. Im November 2015 bestätigte das Bundesgericht jedoch, dass die Werte zur Konkursmasse gehören.

(red/sda)


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