Thurgauer Funker hetzt gegen Juden

Thurgauer verbreitet über Funk Judenhass in Europa
Thurgauer verbreitet über Funk Judenhass in Europa © (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Der “Nazi-Funker” ist wieder aktiv. Der Thurgauer Carlo I. verbreitet seit 15 Jahren Judenhass in Europa.

Lange herrschte Funkstille. Nun verbreitet er wieder antisemitisches Gedankengut. “Der Holocaust hat gar nie stattgefunden. Das ist die grösste Lüge des 20. Jahrhunderts.”  Höchstens ein paar Zehntausend Juden seien im Zweiten Weltkrieg gestorben. “Alles Hochverräter und Saboteure, die den Tod verdienten.” Solche Hasspredigten verbreitet der Thurgauer Bauer über Funk. Dies berichtet heute der Sonntags Blick.

“Keiner stoppt ihn”

Der israelitische Gemeindebund (SIG) ist über die Aussagen schockiert. “Den Holocaust öffentlich zu leugnen, verstösst klar gegen die Rassismus-Strafnorm”, sagt Generalsekretär Jonathan Kreutner gegenüber dem Sonntags Blick.

Der “Nazi-Funker” nennt sich selber Fuchs und war vor vier Jahren wegen seiner Hasstiraden angezeigt und verurteilt worden. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft verhängte eine Busse von 1000 Franken sowie eine Geldstrafe von 6000 Franken bedingt auf drei Jahre. Heute, drei Jahre später, ist der 44-jährige Thurgauer wieder aktiv.

Funkerszene ärgert sich

«Er ist eine Schande für alle Funker. Trotzdem stoppt ihn keiner», sagt ein langjähriges Mitglied der Funkerszene. Der Israelitische Gemeindebund möchte die Situation abwarten und weitere Massnahmen prüfen. Jonathan Kreutner sagt gegenüber 20 Minuten: “Der hat seine Bewährungszeit abgewartet und macht wieder weiter wie früher.”

Der “Fuchs” funkt ohne Bewilligung

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ist aktiv geworden.  Ein Verfahren gegen Carlo I. ist hängig. Das Bundesamt kann den Funker wegen Widerhandlungen gegen das Fernmeldegesetz belangen – nicht aber wegen seiner rassistischen Äusserungen. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft wartet ab, da noch keine Strafanzeige eingegangen sei, welche die Funktiraden des Thurgauers belegen. Es reiche nicht, wenn jemand ein nicht näher bestimmtes Tondokument vorlegt.

Carlo I. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Bei seiner Verurteilung vor drei Jahren sah er sich als Opfer. Dem Blick sagte er: “Ich bin ein Patriot. Die Behörden wollen mich fertigmachen.” (red)

 


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