Thurgauer Pistolenschützin scheitert im ersten Wettkampf

Heidi Diethelm Gerber galt mit ihren 47 Jahren als Teamseniorin.
Heidi Diethelm Gerber galt mit ihren 47 Jahren als Teamseniorin. © KEYSTONE/Laurent Gillieron
Heidi Diethelm Gerber (47) aus Märstetten ist die älteste Schweizer Medaillenhoffnung in Rio. Im ersten Wettkampf, dem Luftpistolenschiessen, lief indessen vieles schief. Am Ende blieb Platz 35.

Nach zwei Schüssen belegte Heidi Diethelm Gerber im noch nicht aussagekräftigen Klassement den vierten Platz. Später rutschte sie aber bis an die viertletzte Stelle zurück. Schon während der zweiten von vier Passen waren alle Felle davongeschwommen. Am Ende standen Passen von 95, 92, 93 und 96 auf Diethelms Schiesskarte. Viermal 96 Punkte hätte es zur Finalqualifikation gebraucht.

Wie ein Blitz aus blauem Himmel sei diese Enttäuschung gekommen, meinte Heidi Diethelm Gerber. Im Training im olympischen Schützenhaus hatte sie stets mindestens 385 Punkte geschossen. Im Training gelangen ihr auch schon über 390 Punkte – der Wert, mit dem die Russin Witalina Bazaraschkina die Qualifikation überlegen gewann. “Aber ich weiss auch, dass alle im Training rund fünf Punkte mehr erzielen als im Wettkampf”, so Diethelm. Ungewöhnlich für die Schweizerin: Dreimal verliess sie die Stellung, um mit ihrem Ehemann und Coach Ernst Gerber über die Bücher zu gehen, und dreimal musste sie sich einen “Achter” notieren lassen.

Der grosse Tag folgt für Heidi Diethelm Gerber am Dienstag. Mit der Sportpistole (25 m) rechnet sie sich viel mehr aus als mit der Luftpistole (10 m). Mit der Sportpistole holte sie vor einem Jahr an den Europaspielen in Baku die Goldmedaille und das Olympia-Startrecht. Verunsichert der verunglückte Wettkampf vom Sonntag so kurz vor dem Main-Event die 47-jährige Schweizerin nicht? “Nein, das passiert nicht”, so Diethelm entschieden, denn “ich weiss, warum es mit der Luftpistole nicht lief. Und ich weiss, dass mit dieser Waffe zwischen Top und Flop bei mir immer wieder alles möglich ist, ohne dass ich mir das erklären kann.”

Und warum lief es am Sonntag nicht? “Ich war am Anfang extrem nervös. So gesehen durfte ich mit der ersten Passe (95) noch zufrieden sein. Als die Nervosität weg war, war plötzlich aber auch der Fokus nicht mehr da. Aber der erste Wettkampf wird mir für den Dienstag helfen. Es ist gut, dass ich Wettkampfatmosphäre schnuppern konnte. Die Anspannung ist nun weg.”

(red)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen