Tipper Tie Flawil plant Schliessung: 55 Mitarbeitende betroffen

Von Dumeni Casaulta
Die Firma Tipper Tie plant die Schliessung des Werkes in Flawil
Die Firma Tipper Tie plant die Schliessung des Werkes in Flawil © fm1today/rar
Die Firma Tipper Tie in Flawil hat keine Zukunft: Das Unternehmen plant den Standort Flawil zu schliessen, da es die Profitabilität im Jahr 2015 nicht steigern konnte. 55 Mitarbeitende stehen vor dem Nichts.

“Kollektive Kündigung” – mit diesen Worten beginnt der Brief an die Mitarbeitenden der Firma Tipper Tie, der FM1today vorliegt. Darin informiert die Unternehmensleitung, dass ein schrittweiser Abbau der Aktivitäten am Standort Flawil geplant ist. Die Produktion soll an einen anderen Standort von Tipper Tie verlegt werden. Eine Produktlinie soll ausserdem verkauft werden. “Tipper Tie Alpina GmbH beschäftigt zur Zeit 55 Angestellte, welche alle auf die eine oder andere Weise betroffen sein könnten”, heisst es im Schreiben weiter. Falls die geplanten Massnahmen umgesetzt würden, erfolgen die Kündigungen ab März dieses Jahres. Vom Unternehmen war für eine Stellungnahme niemand erreichbar.

“Wir sind geschockt”

“Tipper Tie geht zu”, bestätigt eine Person, welche in der Firma arbeitet gegenüber FM1today. “Wir sind geschockt, die Stimmung ist im Moment sehr gedrückt”. Zurzeit läuft das Konsultationsverfahren. Bis Anfang Februar können Mitarbeiter Vorschläge machen, wie Entlassungen vermieden oder die Anzahl vermindert werden kann. Dies ist ein Standartverfahren – ob eine Schliessung des Werkes vermieden werden kann, ist mehr als fraglich. Nicht zuletzt, weil Verhandlungen mit dem international gesteuerten Unternehmen schwierig sind, wie Florian Kobler, Regionalsekretär der Gewerkschaft Syna bestätigt. “Bei Entlassungen in anderen Jahren wurden wir an eine Person in den USA verwiesen. Da kam jeweils aber nur die Combox. Wir kritisieren, dass die Unternehmensleitung nicht mit uns kommuniziert.”

Entlassungen schon vor einem Jahr

In der Tat ist die Schliessung des Standortes Flawil das traurige Ende nach mehreren Entlassungswellen. Bereits vor gut einem Jahr kündigte das Unternehmen, das Schneidmaschinen für Metzgereien herstellt, 32 Angestellten. Mit veränderten Marktbedingungen wurde der Stellenabbau damals begründet, wie das Tagblatt berichtete. Der Abbau sei notwendig, um sich nachhaltig im Markt zu positionieren. Ganz anders klang es noch im Mai 2011. Damals hatte das Unternehmen seinen Firmensitz von Gossau nach Flawil verlegt und die Eröffnung des neuen Standorts gefeiert. Vergessen war die Krise von 2009, als ebenfalls 20 Mitarbeitende entlassen wurden. Von “mittelfristiger Standortsicherung” war 2011 die Rede und vom “Festhalten am Werkplatz Schweiz”. Nicht mal fünf Jahre später, scheint das alles vergessen. (cas)


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