Tod einer Aidskranken beschäftigt Justiz

Der Aidstest an seiner Frau sei zu spät erfolgt, sagt deren Witwer.
Der Aidstest an seiner Frau sei zu spät erfolgt, sagt deren Witwer. © (AP Photo/Luis Romero)
Im Fall einer HIV-positiven Thailänderin, die 2003 nach der Geburt ihrer Tochter im Spital Münsterlingen verstorben ist, ist eine Wende in Sicht. Ihr Witwer wirft der damaligen Hausärztin vor, keinen HIV-Test gemacht zu haben und verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe.

Seit 14 Jahren kämpft ein Mann um Genugtuung für den Tod seiner Frau. Wie es aussieht, muss er noch nicht aufgeben: Das Kantonsgericht hat seine Berufung am heutigen Samstag gut geheissen.

HIV-Test spät erfolgt

Am 15. März 2003 war die schwangere Frau aus Thailand im Spital Münsterlingen positiv auf HIV getestet worden. Sechs Tage später wurde ihre Tochter mittels Kaiserschnitt entbunden. Wenige Tage danach verstarb die damals 32-jährige Frau im Spital an einer Lungenentzündung.

Ihr Ehemann warf nach dem Tod seiner Frau deren Hausärztin vor, bei der Untersuchung der Schwangerschaft keinen Aidstest veranlasst zu haben und verlangte Schadenersatz und Genugtuung in der Höhe von insgesamt rund 1,5 Millionen Franken.

Erneute Runde vor Gericht

Das Kreisgericht St.Gallen verneinte im Juni 2010 eine Verletzung der Sorgfaltspflicht durch die Hausärztin und wies die Klage ab. Die Angehörigen zogen das Urteil weiter.

Nun heisst das Kantonsgericht die Berufung dazu aber gut und hebt das Urteil der Vorinstanz auf. Damit muss sich das Kreisgericht nochmals mit dem Fall befassen.

(SDA/red.)

Beitrag in den TVO-Kurznachrichten


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