Tote Telefonleitungen in Urnäsch

Wer zurzeit etwas von der Verwaltung Urnäsch will, geht am besten gleich selbst beim Gemeindehaus vorbei.
Wer zurzeit etwas von der Verwaltung Urnäsch will, geht am besten gleich selbst beim Gemeindehaus vorbei. © Tagblatt (Archiv)
Das Gemeindehaus Urnäsch ist seit zwei Tagen telefonisch von der Welt abgeschnitten. Die Gemeindeverwaltung bemüht sich vergeblich, das Problem zu beheben. Die Swisscom reagierte erst, als die Gemeinde per Medienmitteilung auf sich aufmerksam machte.

Im Gemeindehaus in Urnäsch herrscht seit zwei Tagen ungewohnte Ruhe – kein Telefon klingelt. «Wir haben uns mit unserem Anbieter Swisscom in Verbindung gesetzt, doch leider vergeblich», sagt Gemeindeschreiberin Erika Weiss.

Keine Verbindung zur Aussenwelt: Gemeindeschreiberin Erika Weiss ärgert sich über die Swisscom.

Keine Verbindung zur Aussenwelt: Gemeindeschreiberin Erika Weiss ärgert sich über die Swisscom. ©PD

«Unsere Kunden können nicht anrufen, es ertönt immer ein Besetztzeichen», sagt sie. Die Verwaltung ist derzeit nur noch per E-Mail erreichbar. «Manche kommen inzwischen einfach direkt bei uns vorbei.»

Keine Ansprechperson bei der Swisscom

Die Verwaltung fühlt sich völlig im Stich gelassen. Am Donnerstag hat Weiss zu einer besonderen Massnahmen gegriffen und die Medien mit einem Schreiben informiert. «Unsere Kunden müssen wissen, was hier los ist.» Sie kann ihren Ärger kaum verhehlen: «Die Swisscom hält es nicht für nötig, uns eine direkte Ansprechperson vom technischen Dienst zuzuteilen, die uns über die Abklärungen auf dem Laufenden hält.»

Unklare Dauer der Störung

Seit zwei Tagen ist ungewiss, wie lange der Unterbruch dauern wird. «Wir müssen über die normale Störungsnummer anfragen, immer wieder ist eine andere Person in der Leitung.» Das einzige, das die Swisscom gemäss Weiss von sich hören liess, sind zwei SMS, in denen das Unternehmen die Störung bestätigt und versichert, dass daran gearbeitet werde.

Ob weitere Swisscom-Kunden in Urnäsch betroffen sind, weiss Erika Weiss nicht. Im Gemeindehaus ist man zum Warten verdammt: «Wir überlegen uns nun, einen anderen Anbieter zu kontaktieren und uns eine Offerte geben zu lassen.»

Swisscom bittet um Entschuldigung

Bei der Swisscom zeigt man Verständnis für die Urnäscher Gemeindeverwaltung und dass diese eine Medienmitteilung verschickt hat: «Es ist klar, solche Probleme sollten so schnell wie möglich gelöst werden. Es tut uns leid, dass dies nicht der Fall war», sagt Armin Schädeli, Sprecher der Swisscom.

In der Regel können Störungen der Telefonie in der Zentralstelle der Swisscom behoben werden, doch im Fall von Urnäsch klappte dies nicht. «Jetzt ist ein Techniker unterwegs und wir hoffen, dass das Problem möglichst zeitnah behoben werden kann.»

Für die Swisscom hat die Behebung der Störung Priorität, ob man sich bei Swisscom mit der Kommunikationsstrategie gegenüber den Kunden auseinandersetzen wird, kann Schädeli noch nicht sagen.

Am Nachmittag wieder telefonisch erreichbar

Am späten Nachmittag gab die Gemeindeverwaltung bekannt, dass das Problem bei der Baustelle vor dem Gemeindehaus liegt. Dies habe der Swisscom-Techniker nach einem ersten Augenschein gesagt, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. Die Swisscom konnte eine Telefon-Umleitung einrichten, die Gemeinde ist nun wieder telefonisch erreichbar. Das eigentliche Problem dürfte aber frühstens nach Pfingsten eruiert und behoben sein.

(agm)

 


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