Tritt Mario Schmitt nun wirklich zurück?

Von Christoph Fust
Der Wiler SVP-Politiker Mario Schmitt zieht sich zurück.
Der Wiler SVP-Politiker Mario Schmitt zieht sich zurück. © TVO
“Mir kommt gleich das Kotzen… Wann wir diese Religion endlich ausgerottet?!?” Durch diesen islamfeindlichen Facebook-Eintrag wurde der Wiler SVPler Mario Schmitt schweizweit bekannt. Nun will er sich aus der Politik zurückziehen.

Die Wiler Parlamentssitzung vom 7. April werde sein letzter Auftritt als SVP-Mann sein, sagt Mario Schmitt der Wiler Zeitung. Grund sei seine Diabetes-Erkrankung, wegen welcher er anfangs Februar notfallmässig operiert worden sei. “Mittlerweile geht es viel besser”, lässt er sich zitieren.

Schon mehrmals angezeigt

Gründe für den Rückzug gäbe es aber genügend andere: Wegen seines islamfeindlichen Eintrags auf Facebook erhielt er 2014 eine bedingte Geldstrafe von 8400 Franken und eine Busse von 1000 Franken. Die Staatsanwaltschaft St.Gallen argumentierte mit Rassendiskriminierung, Schmitt selbst sah sich in seiner Meinungsäusserungsfreiheit eingeschränkt.

Dann blieb es einige Zeit ruhig um Schmitt. Erneut in die Schlagzeilen ist er anfangs Februar dieses Jahres gerückt, als bekannt wurde, dass die Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin ihn angezeigt hat. Wieder wurde Mario Schmitt ein Facebook-Eintrag zum Verhängnis. Schmitt hatte über Spiess-Hegglin geschrieben, er könne “diese Bordsteinschwalbe” nicht mehr sehen; sie sei ein “verlogenes Miststück”.

Rücktritt schon einmal angekündigt

Wie ernst es Mario Schmitt mit seinem Rückzug aus dem Politalltag ist, bleibt abzuwarten. Bereits Ende Oktober 2014 ging sein Rücktritt schon einmal durch die Medien, wenige Tage später folgte der Rückzieher. Die Ankündigung sei durch “eine unglückliche Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangt”, berichtete TVO damals.

Sogar der St.Galler SVP-Kantonalpräsident Herbert Huser hielt es für besser, wenn Schmitt zurücktreten würde: “Es wäre sinnvoll gewesen, wenn er die Konsequenzen für sein Fehlverhalten gezogen hätte.”

Hier der Beitrag von TVO:

Und hier der Vorfall, der 2014 alles ins Rollen gebracht hat:


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen