Trotz Blamage: Rang fünf für die Espen

Von David Lendi
Lausanne Captain Adilson Cabral, rechts bringt den St. Galler Tranquillo Barnetta, links, zu Fall.
Lausanne Captain Adilson Cabral, rechts bringt den St. Galler Tranquillo Barnetta, links, zu Fall. © KEYSTONE/Eddy Risch
Der FC St.Gallen schliesst die Meisterschaft 2017/2018 mit einer Horrorvorstellung ab. Gegen den Absteiger Lausanne kassieren die Ostschweizer eine 0:3-Klatsche und verlieren zum siebten Mal in Folge. Nur weil Sion in Thun mit 4:1 gewann, bleiben die St.Galler auf dem fünften Tabellenplatz. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor

Daniel Lopar, Note: 3

Verschuldete nach 34 Minuten den Elfmeter, welcher die Niederlage einleitete. Beim zweiten und dritten Gegentor konnte er nichts ausrichten. Sonst kaum geprüft.

Verteidigung

Cédric Gasser, Note: 2

Hatte gegen den umworbenen Doppeltorschützen Benjamin Kololli über 70 Minuten das Nachsehen. Beim zweiten und dritten Gegentreffer agierte er nicht Super-League-tauglich.

Jasper van der Werff, Note: 4

Bitterer Abschied für das Megatalent. Probierte es mehrere Male auf eigene Faust, blieb aber wie seine Kollegen immer an einem Lausanner hängen.

Silvan Hefti, Note: 3

War der erfahrenste Mann in der blutjungen St.Galler Abwehr, dennoch konnte er seinen Kollegen keine Stabilität verleihen. Teils mit haarsträubenden Fehlpässen.

Silvan Gönitzer, Note: 3

Seine Seite war weniger anfällig, er erfüllte zumindest defensiv seine Aufgaben. Im Spiel nach vorne aber inexistent.

Mittelfeld

Toko, Note: 3

Konnte in seinem letzten Spiel für grün-weiss nicht überzeugen. Seine aggressive Gangart kam erst zur Geltung, als es bereits zu spät war. Auch der Captain mit vielen Unkonzentriertheiten.

Danijel Aleksic, Note: 2,5

Machte nur mit misslungenen Abschlüssen auf sich aufmerksam. Der 27-jährige spielte wie so oft in dieser Saison deutlich unter seinem Niveau. Nach 75 Minuten wurde er durch Kukuruzovic ersetzt.

Stjepan Kukuruzovic, Note: –

Kam für die letzte Viertelstunde. Auf Grund der kurzen Einsatzdauer verzichten wir auf eine Bewertung.

Tranquillo Barnetta, Note: 2,5

Kurz nach dem Schlusspfiff machte das Gerücht die Runde, dass er seine Karriere per sofort beendet. Dies war eine Falschmeldung, die aber irgendwie zu seiner ungenügenden Leistung passte. Er wurde in der Halbzeitpause erlöst und durch Ben Khalifa ersetzt.

Runar Sigurjonsson, Note: 3

Auf ihn war in der Vergangenheit stets Verlass. Konnte das Spiel gegen Lausanne aber auch nicht an sich reissen und tauchte wie seine Kollegen im Mittelfeld ab. Seine Distanzversuche wurden regelmässig von einem Lausanner-Bein geblockt.

Marco Aratore, Note: 2,5

Er bestritt jede Partie für den FC St.Gallen in diesem Fussballjahr, Konkurrenz täte ihm bestimmt gut. Seine Flanken landeten stets in den Armen von Castella. Er blieb harmlos und ohne Durchschlagskraft. Wurde zur Pause folgerichtig ausgewechselt.

Sturm

Roman Buess, Note: 3

Hatte keine nennenswerte Toraktionen und blieb über die ganze Spieldauer blass.

Cedric Itten, Note: 3

Kam in der Halbzeitpause für Aratore ins Spiel. Blieb mit seinen Dribblings fast immer an einem Lausanner hängen und zeigte auch vor dem gegnerischen Gehäuse technische Mängel.

Nassim Ben Khalifa, Note: 4

Wurde für den zweiten Abschnitt eingewechselt. Belebte das Angriffsspiel wenigstens ein bisschen, blieb aber ohne Abschlussglück.

FM1Today-Teamschnitt: 3

Fazit: Nach dem Schlusspfiff verabschiedete das Heimpublikum die Spieler des FC St.Gallen mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Sommerferien. Der Zorn über die schwache Leistung und die siebte Niederlage in Serie war riesig. Nur weil Thun gegen Sion mit 1:4 verlor, beenden die Ostschweizer die Saison auf dem fünften Tabellenplatz.

Zum Spiel: In der ersten halben Stunde passierte bis auf Barnettas Chance praktisch nichts. Viele Fehlpässe auf beiden Seiten prägten die Partie, welche auf sehr bescheidenem Niveau geführt wurde. Dann schlug der Absteiger innert acht Minuten gleich dreimal zu. Kololli per Elfmeter, Cabral und noch einmal Kololli sorgten innert acht Minuten für das 3:0-Schlussresultat. Nach dem dritten Gegentreffer erinnerte die Stimmung im Kybunpark eher an eine Beerdigung als an ein Fussballspiel. Viele Zuschauer starrten auf ihre Handy-Displays und widmeten ihre Aufmerksamkeit dem Eishockey-WM-Halbfinale zwischen der Schweiz und Kanada. Wer auf eine Reaktion im zweiten Abschnitt hoffte, wurde enttäuscht. Auch im zweiten Durchgang konnten die St.Galler die Europa-League-Qualifikation in keinster Weise rechtfertigen.

Grotesk: Trotz der siebten Niederlage in Serie haben sich die Espen für die Qualifikationsspiele qualifiziert. Diese nehmen die Ostschweizer ab dem 18. Juni in Angriff. Dann startet für die Spieler die Vorbereitung.


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