Trotz Milchschwemme 4000 Tonnen importiert

Christof und Markus Züger würden am liebsten nur Schweizer Biomilch verarbeiten.
Christof und Markus Züger würden am liebsten nur Schweizer Biomilch verarbeiten. © Urs Bucher, Tagblatt
Milchschwemme und Butterberge machen den Schweizer Bauern zu schaffen. Die Züger Frischkäse AG importiert diesen Sommer dennoch rund 4000 Tonnen Biomilch aus Deutschland, mit gutem Grund.  

Der Milchpreis ist im Keller, die Butterlager im rekordhoch. Trotzdem importiert die Züger Frischkäse AG diesen Sommer rund vier Millionen Kilogramm Biomilch aus dem nahe gelegenen Allgäu. Milch, die Züger in Oberbüren zu Mozzarella verarbeitet und dann wieder nach Deutschland exportiert.

Milchmangel im Sommer

Ganz freiwillig ist der internationale Milchaustausch jedoch nicht. Gerne würde Züger mehr Schweizer Biomilch verarbeiten. “Im Sommer finden wir schlicht nicht genug Schweizer Biomilch”, sagt Christof Züger, CEO der Züger Frischkäse AG. Eine Million Kilogramm Schweizer Biomilch verarbeitet Züger diesen Sommer. Der Rest wird importiert.

Biokühe im Sommer auf Alp

Die Schweizer Biomilch-Produzenten-Organisation Biomilchpool hat eine einfache Erklärung für den Biomilch-Mangel: “Im Sommer ist der Biomilch-Markt in der Ostschweiz praktisch ausgetrocknet. Viele Biokühe verbringen den Sommer auf einer Alp. Die Milch wird direkt dort verarbeitet”, sagt Cemil Klein, Geschäftsführer von Biomilchpool.

Züger sucht weiter nach Biomilch

Trotzdem sucht die Züger Frischkäse AG nach weiteren Biobauern. “Wir würden am liebsten nur Schweizer Biomilch verarbeiten. Im Moment gibt es auf dem Markt aber schlicht zu wenig Milch”, sagt Züger abschliessend. 430 Schweizer Bauern liefern derzeit ihre Milch nach Oberbüren. (red.)


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