Putin droht der Türkei mit ernsthaften Folgen

Eine russische SU-24 startet von der Hemeimeem Airbase in Syrien. (Archiv)
Eine russische SU-24 startet von der Hemeimeem Airbase in Syrien. (Archiv) © /AP/VLADIMIR ISACHENKOV
Nach dem Abschuss eines russischen Jagdbombers an der syrischen Grenze durch die Türkei droht Moskau mit “ernsthaften Auswirkungen”. Die Türkei ihrerseits berief ein Sondertreffen der NATO ein.

Die Türkei wird ihre NATO-Partner über den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs an der syrischen Grenze informieren. Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte die Türkei scharf und drohte mit “ernsthaften Auswirkungen”.

Das Treffen der NATO-Botschafter sei für Dienstag 17.00 Uhr angesetzt worden, sagte eine Sprecherin der Allianz. Das türkische Aussenministerium bestellte nach Angaben eines Regierungsvertreters wegen des Vorfalls den russischen Gesandten ein.

In der türkischen Regierung hiess es, mit dem Abschuss sei das Staatsgebiet verteidigt worden. Die Aktion habe sich nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet.

Türkische Jets hatten nach Angaben der Regierung in Ankara nahe der Grenze zu Syrien ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen, das mehrfach den türkischen Luftraum verletzt haben soll. Russland weist die Darstellung zurück. Unbestätigten Berichten zufolge kam mindestens einer der zwei russischen Piloten ums Leben.

Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte den Abschuss durch die Türkei in scharfen Worten. Im Kampf gegen den Terror sei das ein Schlag in den Rücken gewesen, “begangen von Helfershelfern von Terroristen”, sagte Putin am Dienstag live im russischen Fernsehen.

Der russische Bomber vom Typ Su-24 sei von F16-Kampfflugzeugen abgeschossen worden und etwa vier Kilometer von der Grenze entfernt auf syrischem Gebiet abgestürzt. Das russische Flugzeug habe keine Gefahr für die Türkei dargestellt.

“Das tragische Ereignis wird ernsthafte Auswirkungen auf die russisch-türkischen Beziehungen haben”, sagte Putin. “Wir werden niemals dulden, dass solche Verbrechen wie das heutige begangen werden.” Nach dem Abschuss habe sich die Türkei nicht etwa an Russland gewandt, sondern eine Sondersitzung der NATO einberufen.

Es ist das erste Mal seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien Ende September, dass ein Armeeflugzeug des Landes abgeschossen wurde.

Syrische Rebellen hatten inzwischen Aktivisten zufolge im Nordwesten des Landes einen russischen Helikopter getroffen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte am Dienstag, der Helikopter sei in einem vom Regime kontrollierten Gebiet notgelandet, nachdem er unter Feuer geraten sei.

Regimegegner berichteten, er sei nahe der Grenze zur Türkei von einer Panzerabwehrwaffe getroffen worden. Zu Opfern gab es keine Angaben. Den Informationen zufolge wurde der Helikopter in der Region getroffen, in dem die türkische Luftwaffe am Morgen eigenen Angaben zufolge einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte.

(SDA)


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