Tyson Fury fordert Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko

Wladimir Klitschko (links) möchte in Düsseldorf seinen WM-Gürtel gegen den Briten Tyson Fury (rechts) verteidigen
Wladimir Klitschko (links) möchte in Düsseldorf seinen WM-Gürtel gegen den Briten Tyson Fury (rechts) verteidigen © KEYSTONE/AP/MARTIN MEISSNER
Mit gut einem Monat Verspätung steigt am späten Samstagabend in Düsseldorf die Schwergewichts-WM zwischen Champion Wladimir Klitschko (39) und dem englischen Herausforderer Tyson Fury (27).

Wegen einer Sehnenverletzung in Klitschkos linker Wade war der ursprünglich für den 15. Oktober geplante Kampf verschoben worden. Die Favoritenrolle in der Esprit-Arena (ab 22.10 Uhr(/RTL) bleibt beim Titelverteidiger, obwohl der Ukrainer zwölf Jahre älter und für einmal kleiner als sein Gegner ist (1,98 m gegenüber 2,06 m). Furys Plus an Reichweite beträgt zehn Zentimeter.

“Wir werden alles im Ring sehen. Alter Champion gegen neuen Champion, alter Boxer gegen jungen Boxer”, sagt Fury. Klitschko hat sich von Fury unter anderem als “langweilig wie eine Unterhose” diffamieren lassen müssen. “Ich sehe nichts bei ihm, was mir Angst macht”, sagte Fury mit Blick auf Klitschko. Der seit über elf Jahren ungeschlagene Klitschko hat schon “viele Sprüche” gehört. “Ich geniesse jede Minute und jeden Moment im Boxen”, sagte der Sportwissenschaftler, der beim Haussender RTL nach dem Fight gegen Fury weitere vier Kämpfe bestreiten will.

Der seit elf Jahren ungeschlagene Klitschko wird seinen 28. WM-Kampf bestreiten. Trotz seines Alters hat er nichts von seiner Explosivität und Wucht verloren. Furys Visitenkarte sind 24 Siege, 18 davon vorzeitig, in 24 Kämpfen. Dazu boxt der Herausforderer, dessen Vater Peter sein Trainer ist, unorthodox in beiden Auslagen.

Das Fan-Interesse an Klitschko ist ungebrochen. Rund 45’000 der 50’000 Eintrittskarten wurden verkauft. Aber der Terror von Paris hatte negativen Einfluss. Nach den Anschlägen habe der Verkauf der Tickets gestockt, sagte Bernd Bönte. Der Manager von Klitschko versprach maximal mögliche Sicherheit für den Fight. Die Vorkehrungen seien nach Absprache mit den Behörden verschärft worden.

Wie lange Klitschko tatsächlich noch weiter macht, ist offen. Fest steht indes, dass derzeit höchstens ein Boxer in Sichtweite ist, als ebenbürtiger Nachfolger in die Geschichte des Sports einzugehen. Der Amerikaner Deontay Wilder ist trotz seines WBC-WM-Gürtels kein Gegner auf Augenhöhe für Klitschko. Anthony Joshua (26), 2012 in London Olympiasieger im Superschwergewicht und wie Klitschko 1,98 m gross, schon eher. Er hat für seine ersten 14 Kämpfe und Siege im Profilager nur gerade 25 Runden benötigt.

Lediglich ein Kontrahent erreichte gegen Joshua bislang die dritte Runde. Schon in Durchgang 2 war beispielsweise für Kevin Johnson (USA) Schluss, der 2009 in Bern gegen den damaligen WBC-Champion Witali Klitschko oder 2012 gegen Tyson Fury (in einem WM-Ausscheidungskampf) jeweils 12 Runden durchgehalten hatte.

(SI)


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