Schulen öffnen in Brüssel bei höchster Terrorwarnstufe

In Brüssel hat die Metro den Betrieb trotz anhaltendem Terroralarm wieder aufgenommen. Erste Passagiere besteigen am Mittwochmorgen einen Zug.
In Brüssel hat die Metro den Betrieb trotz anhaltendem Terroralarm wieder aufgenommen. Erste Passagiere besteigen am Mittwochmorgen einen Zug. © Keystone/AP/MICHAEL PROBST
Brüssel hat am Mittwoch trotz der anhaltenden Terrorgefahr mit der Wiederöffnung von Schulen und U-Bahnen einen Schritt in Richtung Normalität getan.

Unter dem massiven Schutz von Polizei und Militär in der belgischen Hauptstadt fuhren Kinder zum Unterricht, Studenten zur Universität und Angestellte zur Arbeit. Nach einer Entscheidung der Regierung vom Montag gilt weiterhin und zunächst bis kommenden Montag Terrorwarnstufe vier.

Für den Schutz der Schulen waren nach Angaben des Innenministeriums rund 300 Polizisten und für das U-Bahn-Netz etwa 200 Soldaten abgestellt.

Die U-Bahnen fuhren am Mittwochmorgen wieder. Allerdings wurde der Verkehr nicht in vollem Umfang wieder aufgenommen und sollte früher als normal enden.

Die Brüsseler Stadtverwaltung wollte am Mittwoch öffentliche Veranstaltungsorte und Kulturzentren wieder öffnen. Verschiedene andere grosse Museen sollten jedoch geschlossen bleiben. Mehrere Warenhäuser und Einkaufsgalerien öffneten erneut ihre Pforten.

“Ich hatte entschieden, meine Kinder heute morgen nicht in die Schule zu bringen, aber spät, gestern Abend beim Essen, habe ich meine Meinung geändert. Das Leben geht weiter”, sagte ein 47 Jahre alter Familienvater, der seine beiden Söhne zum Unterricht brachte.

“Zum Glück dauern die Kurse heute nur bis 13 Uhr”, freute sich der 14-jährige Marc, der mit dem Bus zur Schule gefahren kam. Wie die anderen Schulpflichtigen hatte er am Montag und Dienstag zwei Tage unterrichtsfrei.

Die belgische Regierung unter Charles Michel hatte in der Nacht auf Samstag die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Anlass war die Sorge vor ähnlichen Anschlägen militanter Extremisten wie eine Woche zuvor in Paris, als 130 Menschen getötet wurden. Insbesondere fahndet die Polizei nach einem möglichen Mittäter von Paris, der aus Belgien kommt und dorthin zurückgekehrt sein soll.

Der Zeitung “L’Echo” zufolge, die sich auf gut informierte Quellen berief, haben die belgischen Behörden am Sonntag mehrere Attentate in Brüssel vereiteln können.

(SDA)


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