Über 200 Schafe an Vergiftung gestorben

Über 200 Schafe an Vergiftung gestorben
© Screenshot Google Streeview
Auf einem Bauernbetrieb in Iselisberg sind in den letzten Tagen mehr als 200 Schafe an einer Fleischvergiftung gestorben. Betroffen ist der grösste Milchschafbetrieb der Schweiz.

Wie der Kanton Thurgau mitteilt, war die Todesursache zunächst unklar – eine Seuche konnte nicht ausgeschlossen werden. Das Tierspital der Universität Zürich kommt in seinem vorläufigen Bericht zum Schluss: “Aufgrund der Untersuchungen kann eine infektiöse Erkrankung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die Befunde sprechen mit grösster Wahrscheinlichkeit für eine Vergiftung. Es besteht hochgradiger Verdacht auf Botulismus.”

Keine Gefahr für den Menschen

Bei Schafen sei Botulismus in der Schweiz bisher kaum diagnostiziert worden. Der Grund für die Vergiftung ist meist ein Tierkadaver, der in das Futter gelangt und das Gift dort entwickelt, heisst es in der Mitteilung. Durch die Mischung des Futters wird das Gift dann verteilt, daher sind viele Tiere betroffen.

Die Krankheit kann nicht vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Trotzdem hat der betroffene Tierhalter dafür gesorgt, dass ab sofort keine Milch von seinen Schafen mehr auf den Markt gelangt ist.

Es ist innerhalb weniger Wochen bereits der zweite landwirtschaftliche Betrieb im Kanton Thurgau, der von Botulismus betroffen ist. Im April verendeten auf einem Hof in Gachnang über 60 Kühe.

Grösster Betrieb der Schweiz

Der betroffene Tierhalter führt in Iselisberg den grössten Milchschafbetrieb der Schweiz, er hält rund 700 Schafe. Laut dem Veterinäramt des Kantons Thurgau kann man von einem Vorzeigebetrieb sprechen, der hochprofessionell geführt wird. Dass es nun zu diesem tragischen Vorfall kam, ist laut Kantonstierarzt Paul Witzig ein Unfall, der trotz grösster Sorgfalt in der Futtergewinnung vorkommen und bei den heutigen Betriebsgrössen und der damit verbundenen Technisierung derartige Ausmasse annehmen konnte.

Weil es sich bei Botulismus nicht um eine Seuche handelt, trägt die öffentliche Hand gemäss heutiger Gesetzgebung nichts zum finanziellen Schaden bei. Für den betroffenen Tierhalter ist klar, dass er seine Tiere künftig gegen Botulismus impfen wird.

(red.)


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