Über 400 Schirme im Spielzeug Welten Museum Basel

Sonnenschirm mit grossem Griff in Form eines Raubvogelkopfes um 1915/1920
(Foto: Greg Gonzalez).
Sonnenschirm mit grossem Griff in Form eines Raubvogelkopfes um 1915/1920 (Foto: Greg Gonzalez). © zVg Museum/Greg Gonzalez
Über 400 Schirme aus der Sammlung des Pariser Schirmmachers und -restaurators Michel Heurtault sind ab Samstag im Spielzeug Welten Museum Basel zu sehen. Die Sonderschau zeigt Regen- und Sonnenschirme aus vergangener Zeit wie auch neue Kreationen und Einzelteile.

Das älteste Stück von Heurtaults Sammlung stammt aus der Produktion von Jean Marius, der zur Zeit Ludwigs XIV. den dreifach faltbaren Taschenschirm erfand und dafür ein fünfjähriges Markenprivileg erhielt. Die Ausstellung zeigt laut dem Museum aber auch Einzelteile wie Knäufe, Meterware aus Spitze, Stickereien oder Gestelle.

Die Geschichte des Schirms geht bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurück: Erste Belege für schirmartige Objekte aus dieser Zeit fand man in Ägypten. In Europa erhielt er im Mittelalter grössere Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde er zum Gebrauchsgegenstand aller Gesellschaftsschichten, später auch zum vielfältigen Modeaccessoir.

Noch bis in die 1960er-Jahre habe man sich in Paris oder London überall Regenschirme nach Mass anfertigen lassen können, heisst es in einer Mitteilung des Spielzeug Welten Museums. Dann seien Billigschirme aus China gekommen, und heute gebe es in ganz Europa keine Fabrik mehr, die Schirmstreben herstellt.

Michel Heurtault hält dagegen: In seinem kleinen Handwerksbetrieb in Paris fertigt er Einzelstücke für alle Gelegenheiten und für Kunden aus aller Welt an, restauriert aber auch historische Schirme. Sein Wissen hat er sich selber angeeignet. 2013 zeichnete ihn das französische Kulturministerium mit dem Maître d’Art aus.

Schon als 20-Jähriger hatte Heurtault begonnen, Schirme zu sammeln. Inzwischen besitzt er über 3000 historische Stücke. In der Sonderausstellung gibt er zu bestimmten Terminen selbst Einblick in sein Kunsthandwerk. Daneben leiten Workshops das Publikum zum Selbermachen an. Die Ausstellung dauert bis zum 3. April 2016.

(SDA)


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