Über 60 Kühe sterben an Nervengift

Der Tierarzt untersucht die Tiere.
Der Tierarzt untersucht die Tiere. © FM1Today/rar
Auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Gachnang sind über 60 von 130 Kühen an einem Nervengift gestorben. Der Grund ist offenbar ein Kadaver, der beim Mähen ins Futter gelangt ist.

Wie der “Landbote” berichtet, sind auf dem Hof im Weiler Strass in Gachnang seit dem 11. April 63 Kühe gestorben. Sie haben vergiftetes Futter gefressen. Der Bauer sagt gegenüber der Zeitung: “Wir müssen davon ausgehen, dass dies noch nicht das Ende ist.” Der Knecht sagt gegenüber FM1Today: “Es war schrecklich.”

Tödliches Nervengift

Weitere Tiere sind noch in tierärztlicher Behandlung. Walter Fürer, betreuender Tierarzt der Tierarztpraxis Fürer und Spühler in Frauenfeld, sagt, dass es sich um einen schweren Fall von Botulismus handle. Dabei entwickeln Bakterien bei der Verwesung von Fleisch ein tödliches Nervengift. Wie Fürer gegenüber FM1Today sagt, hätten die Tiere teilweise leiden müssen: “Wenn sie nicht mehr aufstehen konnten, haben wir sie eingeschläfert.”

Der Landwirt vermutet, dass ein Fuchs, eine Katze oder ein Hase beim Mähen in den Silierladewagen gelangt ist. Dieses verwesende Fleisch ist dann ins Futter gelangt. “Das kann immer passieren, wir können schliesslich vor dem Mähen nicht alles kontrollieren”, sagt der Landwirt.

Riesiges Ausmass

Für den Bauer bedeutet das Massensterben seiner Tiere ein riesiger finanzieller Verlust. Da die Kühe nicht versichert seien, koste ihn das rund eine Viertelmillion Franken.

Beim Tierspital der Universität Zürich heisst es, dass dieser Fall alle bekannten Dimensionen übertreffe. Offenbar hätten die Tiere eine extrem hohe Giftmenge aufgenommen. Für Menschen bestehe keine Gefahr – das Gift geht nicht in die Milch über und den Mastkälbern wurde anderes Futter gegeben.

(red.)


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