Übergewichtige schlafen oft schlechter

Von Leila Akbarzada
Menschen mit Schlafapnoe belasten oft auch ihre Partner.
Menschen mit Schlafapnoe belasten oft auch ihre Partner. © iStock
Immer mehr Menschen leiden an Schlafstörungen. Das liegt vor allem an der Zunahme der übergewichtigen Menschen. Diese leiden oft an Schlafapnoe, also an Atemaussetzer im Schlaf. Aber auch bei Jugendlichen nehmen Schlafprobleme zu. Teil 1 unserer Serie über Schlafstörungen.

Wer kennt die Situation nicht: Man liegt schlaflos im Bett, zählt die Stunden, bis es wieder morgen ist und steht wie gerädert auf. Es gibt auch Menschen, die genügend schlafen, aber doch nicht erholt sind.

Muskeln entspannen, Atemwege gehen zu

“Es handelt sich bei diesen Personen oftmals um Menschen, die am Schlafapnoe-Syndrom leiden”, sagt Prof. Dr. Otto Schoch, Pneumologe und leitender Arzt am Zentrum für Schlafmedizin des Kantonsspitals St.Gallen. Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine Störung der oberen Atemwe ge während des Schlafs, wenn der Körper entspannt ist. Durch die entspannten Muskeln und Fettgewebe werden die Atemwege verlegt. Diese Verlegung verhindert, dass frische Luft in die Lunge fliessen kann.

“Hält das eine Zeit an, folgt ein kurzes Aufschrecken aus dem Schlaf”, erklärt Schoch. Wiederholt sich dieses Aufschrecken mehrmals in der Nacht, resultiert daraus eben ein unerholsamer Schlaf.

Mehr als 150’000 Betroffene

Laut der Lungenliga leiden in der Schweiz mehr als 150’000 Menschen am Schlafapnoe-Syndrom. Die Tendenz ist steigend, das zeigen die Zahlen des Schlafzentrums am Kantonsspital: 2004 wurden am Zentrum 500 Personen im Schlaflabor behandelt, 2014 waren es schon 800.

Es gibt verschiedene Ursachen für ein Schlafapnoe-Syndrom. Zum einen kann ein zu kurz gebauter der Grund sein. “Übergewicht ist jedoch der wichtigste Risikofaktor”, sagt Schoch. Je mehr Gewicht man hat, desto mehr Platz braucht es für Fettpölsterchen. Und diese engen dann den Atemweg ein.

Zudem ist das Krankheitsbild heute bekannter als vor ein paar Jahren. “Mehr Leute denken daran, deshalb lassen sie sich mehr im Schlaflabor abklären”, sagt Schoch. Des Weiteren können auch der Konsum von Alkohol und Rauchen die oberen Atemwege verlegen, und es kommt zu Atemaussetzern.

Schlechtes Schlafverhalten der Jugendlichen

Die Anzahl der Schlafapnoe-Patienten hat zugenommen, aber auch die Anzahl der Menschen, die aus anderen Gründen an schlechtem Schlaf leiden. Das hat gerade bei jungen Personen stark zugenommen. “Sie bringen ihre innere Uhr durcheinander”, so Schoch. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist durch eine innere Uhr gesteuert. “Diese funktioniert am besten, wenn sie über mehrere Wochen regelmässig die Schlafphasen einschalten kann.” Will heissen: Viele Jugendliche bringen ihre innere Uhr durch lange Partynächte am Freitag- und Samstagabend völlig durcheinander.

“Das kann sich auf den Zustand während der ganzen Woche auswirken”.

Zudem sind in der heutigen Zeit Schicht- und Nachtarbeit sehr verbreitet. Auch das macht erschwert einen regelmässigen Schlafrhythmus, was zu Schlafstörungen führen kann.

Das Gute ist: Die Schlafprobleme sind bei den meisten Fällen ein vorübergehendes Problem. “Das Schlafapnoe-Syndrom ist zudem gut behandelbar”.


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