Uganda-Mädchen: Morgen-Joe, hilf mir

Diesen Bettelbrief erhielt Morgen-Joe.
Diesen Bettelbrief erhielt Morgen-Joe. © FM1Today
Mit einem handgeschriebenen Brief bettelt ein Flüchtlingsmädchen aus Uganda bei Morgen-Joe um Geld. Scheinbar eine gängige Masche. Experten raten dazu, solche Briefe zu ignorieren.

“Ich war ziemlich überrascht, dass ich Post aus Unganda bekommen habe”, sagt FM1-Moderator Joe Keller, besser bekannt als Morgen-Joe. Er bekam in den letzten Tagen einen handgeschriebenen Brief einer 18-jährigen Frau aus Uganda. “Sie heisst Juliet Nabawanuka und ist vom Sudan nach Uganda geflüchtet”, zitiert er aus dem Brief. Wer die Zeilen in sauberem Englisch liest, dem fällt auf, dass es sehr emotional geschrieben ist. So wird von tragischen Ereignissen berichtet, bei dem Juliet ihre Familie verloren hat. Gegen Ende des Briefes wird in einem Satz erwähnt, dass man doch bitte Geld schicken soll, um Juliets Schulausbildung zu finanzieren.

Wurde Brief von Kindern geschrieben?

Der eigentliche Absender des Briefes ist ein Pfarrer, der dem Mädchen auf seiner Flucht geholfen haben soll. Sein Name ist Peter Musoke. Er gehört zu einer Kirche namens “Kiwanga”. Er steht laut dem Brief für weitere Informationen über Juliet zur Verfügung und gibt eine E-Mail-Adresse preis. Trotz mehrmaliger Versuche, Peter Musoke zu erreichen – auch telefonisch, gibt es keine weiteren Hinweise über ihn, geschweige denn der “Kiwanga”-Kirche. Bis vor kurzem war die Homepage der Kirche noch anwählbar. Seit heute ist sie jedoch vom Netz. Ob ein Zusammenhang mit den Kontaktversuchen von FM1Today besteht, ist nicht auszuschliessen. Recherchen haben ergeben, dass sich an einer möglichen Adresse der Kirche eine Primarschule und ein Kinderheim befinden. “Es könnte also durchaus sein, dass der Brief von Kindern geschrieben wurde, um Geld zu sammeln”, sagt ein Mitarbeiter eines Hilfswerks.

ZEWO rät, Briefe zu ignorieren

Bei angefragten Hilfswerken ist man sich nicht im Klaren, wie man sich als Empfänger eines solchen “Bettelbriefes” verhalten soll. Die Geschäftsführerin der Stiftung ZEWO rät: “Am besten ignoriert man solche Briefe einfach.” Die Stiftung zertifiziert Organisationen in der Schweiz, die Spenden entgegennehmen. Auch im Internet warnen User von einer Masche, um an Geld der Empfänger zu kommen. Was Morgen-Joe am meisten stutzig macht, dass irgendwer in Uganda seine Adresse kennt und diese missbraucht: “Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, woher die meine Adresse haben – ich war noch nie in Uganda.”

Habt Ihr auch solche oder ähnliche Briefe erhalten? Meldet Euch per Mail redaktion@fm1today.ch

(rar)


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