Unfallzahlen 2016 im öffentlichen Verkehr auf Rekordtief

Die Zahl der Unfälle im Bereich des öffentlichen Verkehrs war 2016 rückläufig. Vor allem die Bahn verzeichnete gegenüber früher wenig Unfälle. (Archivbild)
Die Zahl der Unfälle im Bereich des öffentlichen Verkehrs war 2016 rückläufig. Vor allem die Bahn verzeichnete gegenüber früher wenig Unfälle. (Archivbild) © Keystone/ENNIO LEANZA
Im vergangenen Jahr sind im Bereich des öffentlichen Verkehrs 157 Unfälle mit 31 Toten und 97 Schwerverletzten verzeichnet worden. Das sind so wenig Vorkommnisse wie noch nie seit Einführung von standardisierten Sicherheitsberichten.

Mit 157 Unfallereignissen nahm die Zahl der Unfälle gegenüber 2012 um fast ein Drittel ab. Seit 2012 wurden Jahr für Jahr weniger Unfälle verzeichnet. Auch die Zahl der Schwerverletzten war mit 97 die kleinste der letzten Jahre.

Zu den niedrigen Unfallzahlen beigetragen hat gemäss Angaben des Bundesamtes für Verkehr (BAV) vom Dienstag insbesondere die Eisenbahn. Bei den übrigen Verkehrsarten bewegten sich die Unfallzahlen auf dem Niveau der letzten fünf Jahren.

Auch die Zahl der getöteten Personen lag mit 31 Menschen in einem tiefen Bereich. Passagiere kamen im Jahr 2016 keine ums Leben. Drei der Toten verloren bei Tramunfällen ihr Leben, vier bei Unfällen mit einem Bus. Die restlichen 24 Personen starben bei Unfällen im Bahnbereich.

Von diesen 24 Menschen fanden laut Statistik 20 den Tod beim An- und Überfahren durch Züge. 18 davon sind Suizide. Die Zahl der Selbstmorde ist gleich hoch wie jene von 2012 und höher als 2013 (15 Suizide), 2014 (9) oder 2015 (12). Je ein Todesopfer findet sich in der Rubrik sonstige Unfälle oder übrige Personenunfälle.

Unter den Toten im Bereich Bahn befindet sich auch jener junge Mann, der am 13. August 2016 im St. Galler Rheintal mehrere Zugspassagiere mit einem Messer angriff, sich mit Brennsprit übergoss und anzündete.

Während der Täter als Suizidopfer in der Statistik erscheint, wurden die beiden Frauen, die beim Überfall starben, sowie die Schwerverletzten nicht aufgenommen, da es sich nicht um einen Unfall im Sinne der Eisenbahnsicherheit handelte.

Auf Bahnübergängen gab es 2016 zwei Todesopfer. Damit wurde die geringste Zahl seit fünf Jahren erreicht. Die 2004 ins Leben gerufene Task Force Bahnübergänge, welche die Sanierung der ungesicherten Bahnübergänge vorantrieb, erreichte ihre Ziele und löste sich 2016 auf.

Nachholbedarf hat die Schweiz hingegen bei der Arbeitssicherheit. Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz bei den verunfallten Mitarbeitenden zurück. Die BAV-Statistik weist für 2016 beim öV-Personal einen Toten und 5 Verletzte aus.

Bereits in früheren Sicherheitsberichten habe das BAV darauf hingewiesen, dass die Schweiz im Bereich Arbeitssicherheit – vor allem bei Arbeiten im Gleisbereich – vergleichsweise hohe Unfallzahlen aufweist, heisst es im Bericht.

(SDA)


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