UNO setzt saudische Militärkoalition im Jemen auf Schwarze Liste

Im Konflikt im Jemen kommt es regelmässig auch auf Angriffe auf Schulen und Spitäler. Die Kontrahenten finden sich nun auf einer UNO-Liste von Verletzern von Kinderrechten. (Archivbild)
Im Konflikt im Jemen kommt es regelmässig auch auf Angriffe auf Schulen und Spitäler. Die Kontrahenten finden sich nun auf einer UNO-Liste von Verletzern von Kinderrechten. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA/YAHYA ARHAB
Die UNO hat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen auf die Schwarze Liste der Verletzer von Kinderrechten gesetzt. Die Koalition sei für den Tod von hunderten Kindern verantwortlich, hiess es zur Begründung. Auch die Rebellen sind auf der Liste.

Bei den im vergangenen Jahr getöteten 785 Kindern im Jemen sei die saudiarabische Koalition für 60 Prozent der Fälle verantwortlich, heisst es im UNO-Bericht, der am Donnerstag in New York veröffentlicht wurde. Zudem seien 1168 Kinder verletzt worden.

Auch die Gegner der Koalition wurden auf die Schwarze Liste gesetzt. Sie sind demnach für 72 Prozent der 762 bekannten Fälle von Kindersoldaten verantwortlich.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt zudem eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen.

Die UNO hatte die saudiarabische Militärkoalition bereits mehrfach für die hohe Zahl an getöteten Zivilisten durch ihre Luftangriffe kritisiert. Regelmässig greife die Koalition Ziele wie Schulen und Spitäler an. Insgesamt sollen 6400 Menschen getötet worden sein.

Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef hatte kürzlich bekanntgegeben, dass im Jemen inzwischen zehn Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen sind – darunter rund 320’000 Kinder, die von schwerer akuter Mangelernährung bedroht sind. Von den für 2016 benötigten Hilfsgeldern für den Jemen hat Unicef nach eigenen Angaben jedoch erst 18 Prozent erhalten.

(SDA)


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