Verzweifelte Lage in der Ostukraine

Ostukrainer gehen über eine improvisierte Brücke in der Nähe von Luhansk. Der Konflikt in der Ostukraine belastet den Alltag der Einwohner immer noch stark, laut der UNO. (Archiv)
Ostukrainer gehen über eine improvisierte Brücke in der Nähe von Luhansk. Der Konflikt in der Ostukraine belastet den Alltag der Einwohner immer noch stark, laut der UNO. (Archiv) © KEYSTONE/AP/EVGENIY MALOLETKA
Der Konflikt in der Ostukraine überschattet nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UNO) weiterhin das Leben von Millionen Menschen. “Sie brauchen dringend mehr Schutz und Unterstützung”, sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, in Genf.

Unter den etwa drei Millionen Bürgern, die entlang der Konfliktzone ums tägliche Überleben kämpften, herrsche ein deprimierendes Gefühl der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Isolation, sagte Al-Hussein.

Die Menschen müssten in einem rechtsfreien Raum leben, es komme zu willkürlichen Verhaftungen und Folter, sagte er am Donnerstag bei der Vorlage des neuesten Ukraine-Berichts für den UNO-Menschenrechtsrat. Die Verwaltung funktioniere nicht, Wasser und Nahrung seien teuer und schwer zu bekommen.

Trotz des Waffenstillstandes sind laut UNO-Report zwischen November 2015 und Februar 78 Menschen durch wahllosen Beschuss und Landminen getötet oder verletzt worden. Inzwischen liege die Zahl der Verwundeten bei 21’000, 9160 Menschen seien ums Leben gekommen.

In den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk hatten 2014 Separatisten mit verdeckter Militärhilfe aus Russland die Abspaltung erklärt. Kiew setzte die Armee gegen den Aufstand ein.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) will 2016 unter deutscher Präsidentschaft den Friedensprozess neu in Gang bringen.

(SDA)


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