Unter Plutos «Herz» liegt vermutlich ein eisiger Ozean

Unter Plutos "Herz" könnte sich ein Eismeer verbergen. (Archivbild)
Unter Plutos "Herz" könnte sich ein Eismeer verbergen. (Archivbild) © KEYSTONE/AP NASA/UNCREDITED
Unter der herzförmigen Region auf der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto könnte sich ein Eismeer befinden. Zu diesem Schluss kommen US-Forschende anhand von Daten der «New Horizons»-Mission der NASA.

Das «Herz» auf Plutos Oberfläche war wohl eine der schönsten Überraschungen, die die «New Horizons»-Mission der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA hervorgebracht hat. Nun berichten Forschende im Fachblatt «Nature», dass sich dort unter der Oberfläche ein dickflüssiges Eismeer verbergen könnte.

Die Existenz eines solchen Eismeeres wäre auch eine Erklärung für das Phänomen, dass ein Region in Plutos «Herz» – «Sputnik-Ebene» genannt – sich immer auf der von Plutos Mond Charon abgewandten Seite des Zwergplaneten befindet. Für diese Orientierung gab es bisher keine überzeugende Erklärung, so die Forschenden.

Anhand der Daten, die von der «New Horizons»-Sonde beim Vorbeiflug an Pluto im Sommer 2015 gesammelt hatte, entdeckten die Wissenschaftler, dass sich die «Sputnik Planitia» von Charon aus gesehen sogar exakt auf der gegenüberliegenden Pluto-Seite befindet. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es zufällig dazu kam, liege unter fünf Prozent, sagte Studienautor Richard Binzel vom Massachussetts Institute of Technology (MIT) gemäss einer Mitteilung desselben.

Ein Eismeer sei die bisher einzig plausible Erklärung: Pluto und Charon kreisen umeinander, wobei Flieh- und Anziehungskräfte zwischen beiden wirken. Das vermutete Eismeer könnte dabei als «Gegengewicht» auf der dem Mond gegenüberliegende Seite zu liegen gekommen sein.

Da Pluto nicht viel Wärme besitzt, wäre es wohl kein besonders flüssiger Ozean. Aber aufgrund der berechneten Wärmeströme in seinem Inneren und der Tatsache, dass die Planetenkruste bei «Sputnik Planitia» dünn zu sein scheint, könnte es sich zumindest um eine Art Schneematsch handeln, vermuten die Forschenden. Zu diesem Schluss kommen sie anhand eines geophysikalischen Models, das auf früheren und den «New Horizons»-Daten beruht.

(SDA)


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