Unterschiedliche Erfolgsaussichten für Schweizer NBA-Professionals

Auf Clint Capela und die Houston Rockets wartet zum Saisonauftakt der Titelverteidiger
Auf Clint Capela und die Houston Rockets wartet zum Saisonauftakt der Titelverteidiger © KEYSTONE/AP/ROGELIO V. SOLIS
In der Nacht auf Mittwoch startet die NBA in ihre 69. Saison. Die Perspektiven der beiden Schweizer Clint Capela und Thabo Sefolosha könnten gegensätzlicher nicht sein. Einen schwereren Auftaktgegner hätten die Houston Rockets nicht zugeteilt bekommen können.

Die Texaner treffen in der Nacht auf Mittwoch auf den Titelverteidiger und erneut haushohen Favoriten Golden State Warriors. Für die Rockets, welche die letzte Saison hinter dem Team aus Oakland und den San Antonio Spurs als Dritte abschlossen und in den Playoffs im Halbfinal der Western Conference scheiterten, steht also gleich zu Beginn die ultimative Prüfung auf dem Programm.

Auch wenn es das erste von insgesamt 82 Spielen in der Qualifikation ist, dürfte es ein erster Indikator dafür sein, ob die einschneidenden Veränderungen im Kader die Rockets näher an die Warriors gebracht haben. Denn neben James Harden hat Houston nun mit Chris Paul einen zweiten Point Guard von Weltklasseniveau. Dessen Verpflichtung hatte allerdings einen hohen Preis. Gleich sieben Spieler mussten die Texaner den Los Angeles Clippers im Tausch für Paul abgeben.

Clint Capela ist geblieben, und die Chancen stehen gut, dass seine vierte Saison in der NBA die bisher beste werden wird. Schon im Vorjahr verzeichnete der Genfer in etlichen Statistiken Karrierebestwerte. Seine Wurfquote von 64,3 Prozent war gar die drittbeste in der gesamten Liga. Orchestriert von zwei der besten Spielmachern der Welt dürfte die Rockets-Offensive in diesem Jahr noch produktiver werden und Capela mehr Möglichkeiten erhalten, sein Blockspiel zu entfalten und unter dem Korb zu brillieren.

Als Ende Juni der Wechsel bekannt wurde, veröffentlichte der 23-Jährige ein Foto von sich auf Twitter mit der Botschaft „Mehr Lobs“. Capela weiss, dass sich seine Chancen durch die Ankunft von Paul nicht verringert haben, zu einem der dominantesten Center der Liga zu werden und sich einen lukrativen neuen Vertrag zu sichern. Zumal der 32-Jährige als ausgezeichneter Mentor gilt, der schon einigen jungen Centern zum endgültigen Durchbruch verholfen hat. „Ich freue mich, mit Clint zusammen zu spielen. Er ist so authentisch und macht alles dafür, Erfolg zu haben“, sagt Paul. Auch amerikanische Medien trauen dem 2,08 Meter grossen Capela die beste Saison seiner jungen Karriere zu. Auf einer Liste der 100 besten Spieler der Liga des Sportsenders ESPN fungierte Capela an Position 70, beim Fachmagazin Sports Illustrated schaffte er es gar auf Rang 58 und wurde gepriesen als schnell, athletisch, koordinationsstark und vor allem uneigennützig. „Was könnte sich ein Team mehr wünschen?“

Thabo Sefolosha hat es derweil wenig überraschend nicht in die Top-100 geschafft. Nach drei Jahren bei den Atlanta Hawks nimmt der 33-Jährige bei den Utah Jazz eine neue Herausforderung in Angriff. Das Team aus Salt Lake City befindet sich im Umbruch. Nach dem Abgang einiger Leistungsträger ist nicht damit zu rechnen, dass die Jazz, die zum Saisonauftakt in der Nacht auf Donnerstag die Denver Nuggets empfangen, den Einzug in die Playoffs schaffen werden. Utah ist die vierte und wohl letzte NBA-Station des Romands, der seinen mit 10,5 Millionen Dollar dotierten Zweijahresvertrag vorab seinem nach wie vor exzellenten Ruf als Verteidiger zu verdanken hat. Um sich jedoch über längere Zeit einen Platz im Team zu sichern, wird Sefolosha auch offensiv Akzente setzen müssen – etwas, das noch nie seine Stärke war.

(SDA)


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